Schlieremer Chind

Casting für die Schlieremer Chind

Sie sind Land auf Land ab bekannt. Nun wollten in Schlieren 30 Kinder bei der neuen CD «Schaurig schöni Liedli» dabei sein.

Im Singsaal des Roten Schulhauses in Schlieren sieht man 18 erwartungsvolle Kindergesichter. Sie haben ein gemeinsames Ziel: Sie wollen Schlieremer Chind werden.

Es ist das letzte von zwei Castings, das an diesem Mittwochnachmittag über die Bühne geht. Dabei sollen die Kinder selektioniert werden, die als Schlieremer Chind eine neue CD aufnehmen und beim Schlierefäscht 2011 auftreten.

Doch noch ist es nicht so weit. Das Dreierteam aus Martin von Aesch und seiner Schwester Evi, sowie aus Produzent Beat Starkermann müssen noch entscheiden, wer den Sprung in den berühmtesten Kinderchor der Schweiz schafft und wer nicht.

20 bis 24 schaffen den Sprung

Rund 30 Kinder meldeten sich an, erklärt von Aesch. Etwa 20 bis 24 braucht er für sein Projekt. «Ich war ein wenig überrascht. Ich hätte eher mehr erwartet, aber ich war bei der Anmeldung auch sehr ehrlich. Die Kinder müssen einen grossen Aufwand betreiben.»

Das habe auch Einige abgehalten, die zwar durchaus Talent hätten, aber schon viele andere Hobbies betreiben, erklärt von Aesch. Auch Kinder, die nicht in Schlieren wohnen, können mitmachen. Nun waren es nur vier Kinder.

Bis Martin von Aesch aus dem letzten Einzelgespräch kommt, hält seine Schwester Evi die Kinder bei Laune und singt mit ihnen «Es chrüücht es Schnäggli». Dann setzt sich Martin von Aesch mit der Gitarre auf den Stuhl und singt mit den Dritt- bis Fünftklässern ein Gute-Nacht-Lied.

Die Jüngsten sind am Lautesten

Er lässt sie in kleinen Gruppen und einzeln singen. Die Kinder sind mit vollem Einsatz dabei. Die Gruppe ganz links ist am lautesten: «Jetzt singen wir es nochmals und ihr müsst dagegen heben, damit sie nicht mehr so gut herauszuhören sind», fordert er die anderen auf.

Das lassen sie sich nicht zwei Mal. «Im Chor haben sie schon sehr gut geklungen», sagt Martin Von Aesch im Anschluss. Dann beendet er das Casting. «Ou nei, scho fertig?», tönt es da.

Zum Schluss erklärt der langjährige Lehrer das weitere Vorgehen: In nächster Zeit erhalten alle Kinder, die zum Casting kamen, einen Brief, in dem steht, ob sie dabei sind.

Werden diejenigen, die nicht dabei sein können, enttäuscht sein? «In den Gesprächen haben mir alle gesagt, dass sie unbedingt dabei sein sollen. Ich befürchte, sie werden schon enttäuscht sein», erklärt von Aesch. Sie hätten schon bei der Ausschreibung darauf hingewiesen, dass nicht alle dabei sein können.

Jeden Mittwochnachmittag Probe

Ende Oktober starten die Schlieremer Chind. Der Aufwand ist nicht zu unterschätzen, stehen doch jeden Mittwochnachmittag Proben an und auch zwei Ferienwochen gilt es zu opfern.

Wie behält man die Kinder ein Jahr lang bei der Stange? «Das ist überhaupt kein Problem. Zum Einen, weil das Projekt die Kinder rein zieht und man auf ein klares Ziel hinarbeitet, zum Anderen, weil sich hier auch Freundschaften entwickeln», erklärt er. Meist komme es für sie nicht infrage, eine Probe auszulassen.

Die Rückkehr der Schlieremer Chind an ihren Ursprung wird einer der Höhepunkte des Schlierefäschts 2011. Die letzte Produktion datiert aus dem Jahre 2001. Was gab den Anstoss für die Rückkehr? «Es war einfach an der Zeit für eine neue Produktion», sagt von Aesch.

Lieder bald in jedem Schulzimmer?

Könnte die neue CD «Schaurig schöni Liedli» an die alten Erfolge von «Mir gönd in Zoo» anknüpfen? Von Aesch hält dies für möglich: «Es sind relativ einfache Lieder, die sich auch fürs Singen in der Schule eignen», erklärt er.

Anders als zuletzt bei den Musicals, seien es wieder einzelne Lieder, die eine abgeschlossene Geschichte erzählen. «Das gefällt den Kindern», weiss von Aesch. Zudem wird die Zürcher Kantonale Mittelstufenkonferenz ein Singbuch mit den Liedern herausgeben.

Dem Buch wird eine Playback-CD beigelegt. Die Zeichen stehen also gut, dass die Schlieremer Chind wieder zu einer festen Grösse in Deutschschweizer Schulzimmern werden.

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