«Wir haben aufgrund der sich kreuzenden Pisten in Zürich eine recht komplexe Situation», sagt Müller der Zeitung «NZZ am Sonntag». «Unsere Flugsicherung Skyguide würde aus Sicherheitsüberlegungen deshalb ein Betriebskonzept bevorzugen, bei dem die Flugzeuge nach Süden hin geradeaus abfliegen und vom Norden her landen.»

Mit dieser zusätzlichen Startmöglichkeit erhofft sich das Bazl, auch zu Spitzenzeiten unfallanfällige Kreuzungen im Luftraum verhindern zu können, die derzeit in Kauf genommen werden. Von der Massnahme betroffen wären die südlich vom Flughafen gelegenen Orte Schwamendingen, Wallisellen und Dübendorf. Sie kämpfen schon jetzt gegen den Fluglärm. «Die Massnahme gäbe für den Süden bedeutend mehr Lärm», sagt Müller.

Doch es gelte, Sicherheits-, Lärm- und Wirtschaftlichkeits-komponenten sorgfältig zu prüfen und gegeneinander abzuwägen. Der Flughafen selbst wehrt sich gegen die Pläne des Bundesamtes. «Das Bazl weiss, dass der Zürcher Regierungsrat und der Flughafen diese Südstarts nicht wollen», sagt Verwaltungsratspräsident Andreas Schmid.

Fluglärmforum Süd kämpft weiterhin gegen den Südstart

Das Fluglärmforum Süd ist die Plattform der Gemeinden und Städte im Süden des Flughafen Zürichs. Das Forum möchte die alle Südanflüge stoppen und die Südabflüge verhindern.

Zur angedeuteten möglichen Einführung von Südstarts in einer Art Notrecht, weil die Sicherheit gefährdet sei, nimmt das Fluglärmforum Süd wie folgt Stellung: «Wäre die Situation derart dramatisch, wie jetzt das BAZL es darzustellen versucht, hätten dieses Bundesamt oder Skyguide spätestens nach dem letzten „Zwischenfall" im Jahr 2011 sofort handeln müssen.»

Richard Hirt, Präsident des Fluglärmforums Süd, fordert vom BAZL und von Bundesrätin Doris Leuthard, dass die Bevölkerung im Süden des Flughafen Zürichs offiziell informiert wird. Falls es konkrete Pläne gäbe, sollten diese «auf politischem Weg kommuniziert» werden.