Verkehr

Bisherige Sicherheitsmassnahmen unzureichend: Bundesverwaltungsgericht heisst zusätzliche Barrieren gut

Im Oktober 2018 krachten die Bahn und ein Lastwagen auf dem Mutschellen zusammen. Barrieren sollen das künftig vermeiden.

Nachdem in Dietikon eine zusätzliche Barriere gebaut wurde, sollen auch die Übergänge bei den Bahnhöfen Berikon-Widen und Rudolfstetten zusätzlich gesichert werden. Beschwerden dagegen hat das Bundesverwaltungsgericht abgewiesen.

Seit Mitte April wird die Kreuzung von Bernstrasse und Bremgartnerstrasse in Dietikon nicht mehr nur von Lichtsignalen, sondern auch von Barrieren geregelt. Sie sorgen für zusätzliche Sicherheit, wenn die Bremgarten-Dietikon-Bahn die Kreuzung passiert. Der Grund für den Bau der Barriere waren neue Sicherheitsnormen des Bundesamts für Verkehr, wie Erwin Rosenast, Sprecher der Aargau Verkehr AG (AVA), die die Bremgarten-Dietikon-Bahn betreibt, auf Anfrage bestätigt. Üblicherweise kostet eine solche Sanierung eines Bahnübergangs zwischen 400'000 und 500'000 Franken.

Nach der Kreuzung von Bern- und Bremgartnerstrasse in Dietikon sollen nun auch die Bahnübergänge beim Bahnhof Berikon-Widen und beim Bahnhof Rudolfstetten Schranken erhalten. Gegen die entsprechenden Plangenehmigungen legten der Kanton Aargau sowie die drei betroffenen Einwohnergemeinden Widen, Berikon und Rudolfstetten-Friedlisberg zuerst Einsprachen und anschliessend auch Beschwerde ein.

Mehr Verkehr, mehr Gefahr

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Beschwerden in zwei am Dienstag publizierten Urteilen abgewiesen. Es stimmt mit den Beschwerdeführern zwar überein, dass es sich bei den Übergängen um stark belastete Verkehrsknoten handle und dass der Verkehr in Zukunft zunehmen werde.

Gerade wegen dieser erwarteten Verkehrszunahme seien die Halbschranken aber notwendig, um die Sicherheit zu gewährleisten, hält das Bundesverwaltungsgericht fest. Die bestehenden Rotlichtanlagen mit Andreaskreuzen würden bei einer Zunahme des Verkehrsaufkommens wohl häufiger als bisher überfahren. Schrankenanlagen seien deshalb im Interesse der Verminderung des Unfallrisikos, argumentieren die Richter.

Die Gemeinden und der Kanton hatten argumentiert, Barrieren würden die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer erhöhen, gleichzeitig drohten aber längere Staus und Wartezeiten an den Kreuzungen.

Erst im Oktober 2018 war es am Übergang beim Bahnhof Berikon-Widen auf der Mutschellen-Passhöhe zu einem Unfall zwischen einem Lastwagen und einem Zug gekommen.

Bereits letztes Jahr wurde in Dietikon eine zusätzliche Sicherheitsmassnahme getroffen: Im Mai 2018 installierte das Tiefbauamt ein Lichtsignal für die Verkehrsteilnehmer, die aus der Schöneggstrasse auf die Bremgartnerstrasse einbiegen wollen. Das Lichtsignal wird rot, bevor die Bahn durchfährt.

In Dietikon steht zudem der Ausbau der Bremgarten-Dietikon-Bahn auf zwei Spuren an. Bis zu diesem Doppelspur-Ausbau geht es aber noch eine Weile. Die Bauarbeiten werden frühestens 2022, wenn die Limmattalbahn in Betrieb geht, starten. Als das Projekt im Jahr 2017 vorgestellt wurde, hiess es, die Doppelspur solle 2024 in Betrieb genommen werden. (az/sda)

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