Kantonsrat
Bis zu drei Monate Schulverbot für nicht tragbare Schüler

Nicht tragbare Schülerinnen und Schüler können im Kanton Zürich künftig bis zu drei Monate vom Unterricht ausgeschlossen werden. Der Kantonsrat hat am Montag mit 111 zu 49 Stimmen eine entsprechende Änderung des Volksschulgesetzes beschlossen.

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Schläger von München

Schläger von München

azNetz

Als Disziplinarmassnahme können Störenfriede an den Schulen bis jetzt höchstens vier Wochen vom obligatorischen Unterricht weggewiesen werden. Neu wird es eine Auszeit geben, die bis zu drei Monate dauern kann.

Angeordnet wird sie von der Schulpflege. Zudem kann neu auch die Schulleitung eine Wegweisung von bis zu zwei Tagen beschliessen. Die in erster Linie erzieherisch motivierte Auszeit für «verhaltensschwierige Schülerinnen und Schüler» dient der Entlastung der Klasse sowie deren Lehrerin oder Lehrer.

Andererseits soll die Erziehungsarbeit mit der Schülerin oder dem Schüler in einer spezialisierten Institution zu einer «spürbaren Verhaltensbesserung» führen.

SVP befürchtet Ansprüche von Eltern

Die Gesetzesänderung enthält auch eine Neuregelung zum Nachhilfeunterricht für Schülerinnen und Schüler, die benachteiligt sind, weil sie aus einem anderen Schulsystem zuziehen oder längere Zeit krank waren. Ferner können Eltern, die ihren Verpflichtungen im Schulbereich nicht nachkommen, zum Besuch von Elternbildungskursen verpflichtet werden.

Die SVP stimmte in der Schlussabstimmung gegen die Vorlage. Grund war der Artikel zum Nachhilfeunterricht. Es sei ein «unnötiger Paragraf», aus dem ein einklagbares Recht ableitbar sei, sagte Matthias Hauser (Hüntwangen).

Die Grünen stimmten dafür, allerdings gemäss Claudia Gambacciani (Zürich) «mit gemischten Gefühlen». Nicht einverstanden sei die grüne Fraktion mit der Tendenz zur Bevormundung der Eltern. Die Verpflichtung zu Elternbildungskursen sei eine «Pseudomassnahme».

Lehrerverband begrüsst längere Auszeit

Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV begrüsst die Neuerungen. Durch die längere Auszeit würde es möglich, wirkungsvolle Massnahmen zu erreichen, welche das Verhalten der betroffenen Jugendlichen veränderten. Ziel bleibe aber dennoch, die Schülerinnen und Schüler wieder zu integrieren.