Zürich

Biber-Monitoring im Limmattal: Der Biber hat sich nun auch an der Reppisch niedergelassen

Rund 480 Biber leben im Kanton Zürich, rund drei Mal mehr als noch vor 12 Jahren. (Archivbild)

Rund 480 Biber leben im Kanton Zürich, rund drei Mal mehr als noch vor 12 Jahren. (Archivbild)

Im mehrheitlich dicht besiedelten Kanton Zürich breiten sich auch Biber immer mehr aus. Bei der jüngsten Erhebung des Kantons sind zwei neue Reviere entdeckt worden – an der Limmat ist die Population stabil geblieben.

Der Biber breitet sich im Kanton Zürich immer mehr aus. Auch im Limmattal haben die Tiere weitere Gewässer erobert, wie die neusten Erhebungen des gestern veröffentlichten Bibermonitorings des Kantons zeigen. So wurde seit der letzten Untersuchung im Jahr 2017 neu auch das Einzugsgebiet der Reppisch von den Tieren besiedelt. Zwei Reviere konnten identifiziert werden. Das eine befindet sich in Dietikon, das andere in Urdorf, im Unter Reppischtal. Laut Bericht handelt es sich dabei um Einzel- beziehungsweise Paarreviere. Die Reppisch wurde im Rahmen des diesjährigen Monitorings zum ersten Mal abgesucht.

An der Limmat hat sich die Anzahl der Reviere seit dem letzten Monitoring wenig verändert. Gemäss Bericht befinden sich dort immer noch ein Familien- und ein Einzelrevier. Das Familienrevier liegt auf Höhe der Schanzen in Unterengstringen. Das Einzelrevier liegt in Zürich Höngg. Insgesamt wird die Population entlang der Limmat auf sechs Biber geschätzt. Ein weiteres Familienrevier im Limmattal befindet sich im Gebiet Werd in Dietikon und Geroldswil, ein Einzelrevier wurde zudem am Länggenbach in Weiningen kartografiert.

Für das jüngste Monitoring suchten Freiwillige zum ersten Mal alle 1000 Gewässer-Kilometer im Kanton nach Biberspuren ab. Dabei zeigte sich, dass sich die Zahl der Biber in den vergangenen zwölf Jahren auf rund 480 verdreifacht hat. Darauf lassen Frass- und Fällplätze sowie Bauten schliessen. Die Tiere verteilen sich auf 135 Reviere. 2008 waren erst 154 Tiere festgestellt worden, vor drei Jahren dann 394. Die Zahl der Reviere stieg seit 2017 um gut 27 Prozent. Verbreitet leben Biber im Einzugsgebiet von Thur und Rhein im Norden des Kantons.

Dass die Biber in Zürich zahlreicher werden, liegt aber daran, dass sie sich vermehrt im Süden des Kantons niederlassen. Die stärkste Zunahme seit 2017 fand im Gebiet der Glatt und am Greifensee statt mit zehn neuen Revieren.

Biber würden mit ihren Bauarbeiten artenreiche Lebensräume schaffen und anderen Tieren helfen, sich ebenfalls anzusiedeln, schreibt der Kanton. Er nennt als Beispiele Eisvogel,
Geburtshelferkröte und Ringelnatter.

Auch Fische würden in Gewässern zahlreicher, in denen Biber lebten. Wegen gefällter Bäume oder unterhöhlter Ufer kann es zu Konflikten mit Bibern kommen. Dann helfe die kantonale Biberfachstelle, «den Biber in die Schranken zu weisen».

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