Die Fussballsaison neigt sich dem Ende zu. Mitte Juni werden sämtliche Ligen die Meisterschaft abgeschlossen haben. Dann steht fest, wer den Ligaerhalt geschafft hat und wer absteigen muss. Besonders heikel ist die Lage beim FC Schlieren. Er hat gleich zwei Teams, die noch absteigen könnten: die 2.-Liga-Mannschaft der Herren und das Nationalliga-B-Team der Damen.

Etwas ungemütlicher ist die Lage für die Herren in der 2. Liga. Sie haben am vergangenen Wochenende gegen Stäfa nur 1:1 gespielt und müssen damit weiterhin um den Klassenerhalt bangen. Zwar konnten die Schlieremer auf Männedorf, das auf dem ersten Abstiegsplatz liegt und am Wochenende gegen Seefeld mit 1:2 verloren hat, wenigstens einen Punkt gutmachen. Doch die Schlieremer haben ein schwieriges Restprogramm: Am Wochenende treten sie bei Red Star II an, das auf Platz 5 liegt. Dann empfangen sie das drittplatzierte Seefeld zu Hause. Einzig in der vorletzten Runde gegen Schlusslicht Srbija sind die Schlieremer die Favoriten. Dann folgt zum Abschluss mit Leader Lachen/Altendorf nochmals eine grosse Herausforderung.

Zu allem Übel wissen die Schlieremer nicht, ob der viertletzte Platz dann auch tatsächlich für den Ligaerhalt reichen würde. «Je nachdem, wie viele Mannschaften aus der 2. Liga interregional runterkommen, würden die letzten vier absteigen», sagt Sportchef Peter Facchinetti. Zwar hat Schlieren nur einen Punkt Rückstand auf das vor ihm platzierte Regensdorf. Doch Facchinetti will nichts beschönigen. «Wir sind stark gefährdet», sagt er. Insbesondere, weil die Schlieremer in dieser Saison nicht konstant gespielt hätten. «Auf ein Erfolgserlebnis folgte meist die Enttäuschung», so Facchinetti.

«Wir glauben daran»

Eine riesige Enttäuschung wäre es auch, wenn die Schlieremer den Klassenerhalt nicht schaffen sollten. Doch damit will sich Facchinetti momentan nicht beschäftigen: «Wir glauben daran. Auch weil wir mit Besnik Ramadani einen guten Trainer haben.»

Etwas besser sieht es fürs erste Frauenteam des FC Schlieren aus. Die Schlieremerinnen, die nach dem Abgang von Erhard Lüscher seit vier Partien mit Besim Isa einen neuen Trainer haben, haben vier Zähler Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Und: Sie haben nur noch drei Partien zu bestreiten. Doch auch die Frauen haben noch harte Gegner vor sich: Am Wochenende spielen sie bei den viertplatzierten Femina Kickers Worb, dann empfangen sie das Frauenteam Thun Berner Oberland, das auf Rang 3 liegt, und zum Abschluss Küssnacht am Rigi, das momentan auf dem ersten Abstiegsplatz liegt und damit direkter Konkurrent im Kampf um den Ligaerhalt ist. Sollten die Küssnachterinnen in der Zwischenzeit Boden gut machen auf die Schlieremerinnen, könnte es am letzten Spieltag zum grossen Showdown kommen. Sportchef Antonio Bonito ist aber zuversichtlich, dass die Schlieremerinnen das Rennen um den Klassenerhalt vorher entscheiden. «Ich glaube nicht, dass es knapp wird», sagt er. «Wenn wir in Worb gewinnen und Küssnacht verliert, sind wird durch. Und gegen Worb haben wir in der Hinrunde gut gespielt.» Überhaupt habe das Team in dieser Saison eine sportliche Entwicklung gemacht. «Wir haben gegen Leader St. Gallen-Staad gut gespielt und hätten eigentlich 2:0 in Führung gehen müssen», so Bonito. «Und auch sonst ist spielerisch Potenzial da. Aber wir können es noch nicht so auf dem Platz umsetzen.»

Und falls am Ende trotzdem das Schlimmstmögliche eintrifft? Wie geht es dann weiter? «Das ist das Schwierige: Ich kann die nächste Saison kaum planen, wenn wir nicht wissen, ob es mit dem Ligaerhalt klappt», sagt Bonito. Denn in diesem Fall wäre ungewiss, welche Spielerinnen bleiben würden. Und auch die Frage, ob Trainer Besim Isa weitermacht, bleibt unbeantwortet. «Deshalb», sagt Bonito, «ist es sehr wichtig, dass wir auch nächste Saison in der Nationalliga B spielen.»