Bezirksgericht Dietikon
Kiffen, Kokain, MDMA: 22 Monate Knast für Wiederholungstäter

Ein 39-jähriger Schweizer hat seine zweite Chance nicht gepackt. Nun hat ihn das Dietiker Gericht zu einer unbedingten Strafe verurteilt.

David Egger
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Der Wiederholungstäter wurde am Bezirksgericht Dietikon zu einer unbedingten Haftstrafe verurteilt.

Der Wiederholungstäter wurde am Bezirksgericht Dietikon zu einer unbedingten Haftstrafe verurteilt.

Bettina Hamilton-Irvine

Aus dem Zürcher Flughafengefängnis wurde der 39-Jährige am Mittwoch ins Bezirksgericht Dietikon gebracht. Und zwar nüchtern.

Noch letztes Jahr war er hingegen fast immer auf Drogen. Praktisch täglich konsumierte er ein Gramm Kokaingemisch. Dazu rauchte er fünf bis sieben Joints pro Tag. Hin und wieder schmiss er sich auch noch eine Portion MDMA ein. Mit dem Drogen-Cocktail schüttete er das Loch zu, in das er nach der Trennung von seiner langjährigen Partnerin gefallen war. Es war ein tiefes Loch.

Der Konsum der Drogen war das eine. Das andere war der Handel. Der Schweizer ver­tickte den Stoff auch an mindestens 30 verschiedene Kunden, und das schon seit Jahren. Gemäss einer Auflistung seiner Kontakte stammten mehrere seiner Kunden aus dem Bezirk Affoltern. Neben Kokain, Marihuana und MDMA hatte er auch mit synthetischen Cannabinoiden und Haschisch zu tun.

Noch während des ersten Verfahrens wieder gedealt

Die Polizei kam ihm auf die Schliche. Im Frühling 2020 kreuzte die Polizei bei ihm ­zuhause in einem Dorf im ­Bezirk Dietikon auf. Anlässlich dieser Hausdurchsuchung fand die Polizei diverse Betäubungs­mittel. Es folgten 21 Tage ­Untersuchungshaft. Und am 18. September 2020 verurteilte ihn das Bezirksgericht Dietikon zu einer lediglich bedingten Freiheitsstrafe in der Höhe von zwölf Monaten.

Er musste damals also nicht nochmals ins Gefängnis, sondern erhielt eine zweite Chance. Doch er sah sie nicht. Ungefähr ab Juni 2020 ging er erneut dem Betäubungs­mittelhandel nach. Im September 2020, als ihn das Bezirks­gericht Dietikon verurteilte, bewahrte er an seinem Wohnort rund 70 Gramm Kokaingemisch auf. Reinheitsgehalt: rund 90 Prozent. Einsicht sieht anders aus.

Zudem muss der Täter gegen 10'000 Franken zahlen

Also kreuzte die Polizei im Januar 2021 erneut auf. Diesmal wurde es richtig ungemütlich. Nachdem der Täter zuerst 125 Tage in Untersuchungshaft – im Gefängnis Limmattal in Dietikon – verbrachte, begann er am 11. Mai 2021 den vorzeitigen Strafvollzug.

Am Mittwoch verurteilte ihn nun das Bezirksgericht ­Dietikon unter dem Vorsitz von Bezirksgerichtspräsident Stephan Aeschbacher wegen Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfachen ­Vergehens und mehrfacher Übertretung des Betäubungsmittel­gesetzes zu einer unbedingten Freiheitsstrafe in der Höhe von 22 Monaten und einer Busse von 500 Franken. Hinzu kommen Verfahrens­kosten und Gebühren, die sich total auf gegen 10'000 Franken belaufen.

Draussen wartet ein Kind auf ihn

Es handelte sich um ein ab­gekürztes Verfahren. Er und sein Anwalt Andreas Josephsohn hatten sich mit der kantonalen Staatsanwaltschaft bereits im Voraus auf einen Urteils­vorschlag geeinigt. Diesen ­erhob das Bezirksgericht nun zum Urteil.

Vor Gericht wirkte der Mann nicht nur nüchtern, sondern machte auch einen geläuterten Eindruck. So ist er heute nicht mehr im Loch, sondern in der Zelle. Die Gitterstäbe vor den Augen haben ihm offenbar die Augen geöffnet.

Hinter den ­Metallstäben des Flughafen­gefängnisses leuchtet die Freiheit und dröhnen die Flugzeuge. «Ich hoffe, dass ich wieder ­durchstarten kann und alles ­wieder geregelt läuft», hatte der Mann gegen Schluss der gerichtlichen Be­fragung gesagt. Es ist zu hoffen, dass ihm das gelingt – nicht nur wegen ihm, sondern auch wegen seines vor wenigen ­Jahren geborenen Kinds.

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