Twint ist eine Bezahl-App, die von den bekanntesten Schweizer Banken angeboten wird. Mit Twint kann man beispielsweise auch an den Kassen der Grossverteiler bezahlen. Parkingpay ist eine Bezahl-App explizit für Parkplätze. Sie wird vom Dietiker Unternehmen Digitalparking AG angeboten, das bis diesen Herbst unter dem Namen Taxomex AG firmierte.

Mit der Taxomex arbeitet die Stadt Dietikon schon lange zusammen. Sie stellt die Parkuhren her. Zudem besteht zwischen der Stadt und der Taxomex ein Vertrag zur Leerung und Wartung der Parkuhren.

«Vor eineinhalb Jahren kam die Taxomex auf uns zu fragte, ob wir nicht auch die Bezahlung mittels Parkingpay-App anbieten wollen», sagt Rolf Wohlgemuth, der Chef der Stadtpolizei. Los ging es mit einem Test, für den die städtischen Parkplätze bei der Stadthalle und jene beim Bahnhof Glanzenberg auserkoren wurden. «Vonseiten der Autofahrer kam dann der Wunsch auf, die Bezahlung per App auch beim Kronenplatz zu testen», so Wohlgemuth. Die Stadt entsprach dem Wunsch. Die Tests sind gut verlaufen. Auch die kürzlich erfolgte Einführung der Bezahlung mit der Twint-App war erfolgreich.

Deshalb hat sich die Stadt entschieden, die neuen Funktionen bei allen ihren öffentlichen Parkplätzen anzubieten. Vor etwas mehr als einer Woche hat die Digitalparking AG daher alle Parkuhren mit Quick-Response-Codes ausgestattet. Die Kleber mit dem QR-Code sind für die Bezahlung mit der Twint-App nötig: Mit dieser muss man die QR-Codes einscannen. Das Bezahlen mit Münz ist wie gehabt weiterhin möglich.

Parkplatznummer spielt keine Rolle

Die digitale Bezahlung ist nicht nur für Smartphone-geübte Autofahrer einfacher, sie erleichtert auch die Kontrollen, die private Sicherheitsfirmen im Auftrag der Stadt sowie die Stadtpolizei selber durchführen. «Hat ein Autofahrer digital bezahlt, muss der Kontrolleur nur noch das Autokennzeichen einscannen. Die Nummer des Parkplatzes spielt keine Rolle mehr. So kann man bei der App auch keine falsche Parkplatznummer eingeben. Bei den Parkuhren passierte dieses Missgeschick hingegen manchen Autofahrern», erklärt Wohlgemuth. «Je mehr Personen digital bezahlen, desto einfacher wird die Kontrolle», fügt er an. Auch sollte es mit dem neuen System weniger Diskussionen zwischen Autofahrern und Kontrolleuren geben. «Die Ausrede ‹Ich konnte den Parkplatz nicht gleich bezahlen, weil ich zuerst noch Münz wechseln musste› dürfte nun seltener werden», sagt Wohlgemuth.

Nutzungszahlen steigen an

Während Twint erst seit kurzem verfügbar ist, hat der Test mit der Parkingpay-App seit einem Jahr gezeigt, dass das neue Bezahl-Angebot auf Anklang stösst. «Die Nutzungszahlen der digitalen Bezahlfunktion steigen stetig an. Die Wachstumskurve ist aber eher flach, die Nachfrage ist noch nicht explosionsartig angestiegen», sagt Rolf Wohlgemuth. Die Stadtpolizei gehe davon aus, das die Zahlen weiterhin langsam aber stetig zunehmen werden.

Einen Beitrag dazu wird neben Parkingpay und Twint auch eine dritte App namens Easypark leisten. Diese ist bereits in 13 Ländern Europas aktiv. Die Digitalparking AG arbeitet derzeit daran, dass man auch mit Easypark die Dietiker Parkplätze bezahlen kann. «Wir sind derzeit an der technischen Integration. Spätestens wenn Easypark bei den Stadtzürcher Parkuhren aufgeschaltet wird, ist es auch in Dietikon so weit. Das wird noch im ersten Quartal 2019 der Fall sein», erklärt Reto Schläpfer, Geschäftsleiter Produkte bei der Digitalparking AG. Wenn zum Beispiel jemand aus Italien Verwandte in Dietikon besucht, muss er dann dank Easypark nicht extra eine Schweizer App runterladen, sondern kann die gleiche wie in Italien benutzen.

Die Parkingpay-App muss jeweils im Voraus aufgeladen werden, zum Beispiel mittels Kreditkarte, Einzahlungsschein, E-Banking oder Lastschriftverfahren. Mit Twint kann man jeweils die Kreditkarte oder das eigene Bankkonto belasten.

Die Digitalparking AG hat ihren Hauptsitz in der Dietiker Industriezone Reppischhof an der Bernstrasse. Sowohl Twint als auch Parkingpay und Easypark sind für Apple- und für Android-Geräte verfügbar. Einen Test der neuen digitalen Parkplatz-Bezahlung mittels Twint und Parkingpay lesen Sie unten.

Dietikon nimmt jährlich rund 1,6 Millionen Franken brutto aus der Parkraumbewirtschaftung ein, die neben den Parkuhren auch städtische Parkkarten umfasst. Zusätzlich verteilen die Stadt und die von ihr beauftragten Sicherheitsunternehmen über 12'000 Parkbussen pro Jahr.