Im Oktober 2016 hat die Bausektion des Stadtrates die Bewilligung für den Bau eines Bundesasylzentrums in Zürich-West erteilt. Anwohner beziehungsweise die Interessengemeinschaft (IG) Duttweiler-Areal rekurriert dagegen. Nachdem das Baurekursgericht die Beschwerde diesen Frühling abgelehnt hat, tat es ihm nun das Zürcher Verwaltungsgericht gleich. Die Rekurrenten befürchten schädliche Auswirkungen auf das Quartier, Inhalt ihre Klage ist aber ein anderer: Der Ort sei zu lärmig, um dort jemanden wohnen zu lassen.

Das Verwaltungsgericht erachtet dieses Argument als nicht abwegig, gewichtet aber das öffentliche Interesse höher, wie es in der Urteilsbegründung schreibt. Es bestehe fraglos ein eminentes Interesse an der Erstellung solcher Zentren, welche die Grundlage bildeten für eine raschere Durchführung von Asylverfahren. Hinlänglich bekannt sei auch, wie schwierig es auf dem ausgetrockneten Wohnungsmarkt der Stadt Zürich sei, geeignete Unterkünfte für solche Zwecke zu finden.

Lärmig, aber zeitlich begrenzt

Anknüpfungspunkt für die Beschwerdeführer ist der Umstand, dass das geplante Zentrum in einer Zone für öffentliche Bauten mit der Lärmempfindlichkeitsstufe 4 entstehen soll. Stufe 4 ist die höchste auf dieser bundesrechtlich festgelegten Skala und gilt in Zonen, in denen stark störende Betriebe zugelassen sind. Dies ist namentlich in Industriezonen der Fall, wie im Urteil dargelegt wird. Zwischen der Duttweiler- und der Pfingstweidstrasse gelegen, ist das geplante Asylzentrum schon von der Lage her ein lärmiger Ort.

Wohnen in der Lärmstufe 4 zu bewilligen, müsse ein Ausnahmetatbestand bleiben, betont das Verwaltungsgericht. Abgesehen vom öffentlichen Interesse lasse sich die Ausnahme hier auch dadurch rechtfertigen, dass die Unterbringung der Asylbewerber im Zentrum zeitlich begrenzt sei. Die Höchstdauer eines Aufenthaltes liege bei 140 Tagen.

Neues Asylzentrum soll 2019 bereitstehen

Im Verlauf von 2019 soll das neue, beschleunigte Asylverfahren des Bundes in Kraft treten. Ohne Weiterzug des Verwaltungsgerichtsurteils würde das Zentrum auf dem Duttweilerareal Mitte 2019 und damit rechtzeitig bereitstehen, heisst es beim Hochbaudepartement. Mit einem Weiterzug entstehe eine Verzögerung von ein paar Monaten.

Das Problem ist, dass die bestehenden Asylunterkünfte im Zentrum Juch teilweise dem neuen Eishockeystadion weichen müssen. Komme es zu Verzögerungen im Duttweilerareal, bedeute das je nachdem, dass temporäre Ersatzunterkünfte zu suchen wären, sagt Mark Schindler, Mediensprecher des Sozialdepartementes. Man werde das rechtzeitig an die Hand nehmen und eine Lösung finden.

Objektkredit klar gutgeheissen

Der nötige Objektkredit über 24,5 Millionen Franken für das Bundesasylzentrum ist am 24. September von den Stadtzürcher Stimmberechtigten klar mit 70 Prozent gutgeheissen worden. Die IG Duttweiler-Areal hatte dessen ungeachtet noch gleichentags mitgeteilt, ihre Beschwerde aufrechtzuerhalten und sie bei einer Ablehnung, wie nun der Fall, ans Bundesgericht weiterzuziehen.

Jetzt tönt es vorsichtiger. Man sei daran, das Urteil zu evaluieren, sagt Stefan Urech, IG-Vorstandsmitglied und SVP-Gemeinderat. Auf der Website der IG wurde ein Spendenaufruf lanciert. 20 000 Franken laute das Ziel, um den Weiterzug ans Bundesgericht zu wagen, sagt Urech. Bisher habe man gut die Hälfte davon beisammen. Die Einsprachefrist beträgt 30 Tage.