Wer sich an diesem dritten Adventssonntag mit musikalischen Höhenflügen und literarischen Leckerbissen auf Weihnachten einstimmen wollte, der war im grossen Saal des Stadthauses Dietikon am richtigen Ort. Die Kulturkommission Dietikon lud zu einer Matinee ein, an welcher der bekannte Limmattaler Schauspieler Hanspeter Müller-Drossaart zusammen mit dem Streichquartett «Le donne virtuose» für weihnachtliche Vorfreude sorgte.

Auch Stadtpräsident Otto Müller liess sich diesen Anlass nicht entgehen und dankte in seiner Ansprache der Kulturkommission, allen voran der Kulturbeauftragte der Stadt Dietikon, Irene Brioschi, für den unermüdlichen Einsatz. Sehr vielseitige und gut besuchte Veranstaltungen seien in diesem Jahr organisiert worden und nun hiesse es: «Bühne frei für bekannte Künstler aus der Region», so Müller.

Müller-Drossaart und die vier Musikerinnen wussten an diesem Morgen ebenso mit Vielfalt zu begeistern. Die klassischen Stücke wurden gekonnt von den vier Frauen des Streichquartetts «Le donne virtuose» vorgetragen. Passend dazu funkelten ihre glitzernden Kleider bei jeder gekonnt gespielten musikalischen Einlage. Neben bekannten Stücken von Vivaldi sorgte etwa ein Stück aus Georgien für Abwechslung. Fast Dietikon, scherzte Müller-Drossaart und stellte sich als deren Sidekick Gian-Pietro vor.

Freud und Leid sind sich nah

Still und gespannt folgten die Zuhörer und Zuhörerinnen seinen schnellen und langsamen Passagen aus einer vielfältigen Auswahl unterschiedlichster Weihnachtsgeschichten. Gleich zu Beginn erzählte er zwei Stücke, die kontroverser in der Beschreibung der kalten Wintermonate nicht sein konnten: «Beides gehört zu Weihnachten – sich freuen und Nöte liegen dicht beieinander und um diesen Grundgedanken von Freud und Leid an Weihachten weiterzugeben, habe ich auch die beiden Geschichten gleich zu Beginn gestellt», sagte Müller-Drossaart. Ob mit dem Märchen «der goldene Schlüssel» der Brüder Grimm oder dem Stück «Das Wunder von Striegeldorf», er sorgte mit seiner Auswahl für beste Unterhaltung.

Ein Groupie gibt sich zu erkennen

Im Publikum sass auch der bekannte Pianist Oliver Schnyder, der die Darbietung lobte: «Eine super Auswahl und prima ergänzt», meinte er. «Wie er alte Texte mit modernen Ansätzen verknüpft hat, war ganz toll und wahnsinnig gut war auch die Schlussgeschichte über Alters-Weihnachten als topaktuelles Thema», meinte ebenfalls begeistert Elisabeth van Heiningen.

«Es war Hammer und ich mag diese umrahmten Veranstaltungen von Literatur und Musik», sagte Rita Milani aus Dietikon. Man könne sie als eine Art Groupie von Müller-Drossaart bezeichnen, die auch gerne in andere Kantone reise, um seine Auftritte zu sehen. Für sie dürfte die Vorfreude auf Weihnachten in diesem Jahr ganz besonders ausfallen, kann sie doch just an Heiligabend ihren 70. Geburtstag feiern: «Auch der mittlerweile etwas schiefe Spitz auf dem Tannenbaum gehört bei uns zur traditionellen Weihnachtsfeier dazu», erzählte sie.