Dietikon

Bei der Stadtentwicklung steht der Bewohner im Zentrum

«Der Stadtrat zeigt auf, dass ihm die soziale Dimension in der Stadtentwicklung wichtig ist», sagt Küng.

«Der Stadtrat zeigt auf, dass ihm die soziale Dimension in der Stadtentwicklung wichtig ist», sagt Küng.

Die soziale Dimension ist dem Dietiker Stadtrat wichtig, wie er auf eine Interpellation von SP-Gemeinderat Johannes Küng schreibt.

Dietikon hat festgehalten, dass Strategien und Konzepte zur Stadtentwicklung den «ökonomischen, ökologischen und sozialen Dimensionen» Rechnung tragen müssten. Doch was versteht der Stadtrat überhaupt unter «sozialer Dimension» und wie wird diese berücksichtigt, erkundigte sich SP-Gemeinderat Johannes Küng in einer Interpellation.

Die soziale Dimension umfasse in der Stadtentwicklung verschiedene sozialräumliche Anliegen, hält der Stadtrat in seiner nun vorliegenden Antwort fest. «Dabei stehen die Menschen mit ihren spezifischen Bedürfnissen nach sozialen Kontakten, Aneignung des Raumes, Zugänglichkeit und Sicherheit im Zentrum.» Zur Veranschaulichung zählt der Stadtrat auf, welche Themen berücksichtigt werden. Die Palette reicht vom breiten Wohnraumangebot und der Nutzungsvielfalt über soziale Infrastruktur und lebendige Zentren bis hin zu Alltagstauglichkeit und Barrierefreiheit.

«Diesen Themen wird in den Konzepten und Planungen der Stadt Dietikon möglichst umfassend und situationsgerecht Rechnung getragen», schreibt der Stadtrat. Auch wenn Dritte im Bezirkshauptort entsprechende Planungen vorantreiben, fordere das Stadtplanungsamt konsequent, dass diese sozialräumlichen Anliegen berücksichtigt würden. Bei einem privaten Gestaltungsplan werde beispielsweise auf die Begegnungs- und Aufenthaltsräume sowie eine gute Erreichbarkeit geschaut, hält der Stadtrat fest.

Mit dieser Antwort ist Johannes Küng grundsätzlich zufrieden. «Der Stadtrat nimmt das Thema ernst. Er zeigt auf, dass ihm die soziale Dimension in der Stadtentwicklung wichtig ist», sagt Küng.

Die Begriffe mit Inhalten füllen

Die Themen, die der Stadtrat aufzählt, stuft der SP-Gemeinderat als richtig gewählt ein. Diese hätten ihm, als er die Interpellation verfasste, ebenfalls vorgeschwebt. «Etwas unklar bleibt aber, was genau hinter den Begriffen steckt», meint Küng.

Für ihn ist es beispielsweise ein grosses Anliegen, dass in Dietikon ein breites Wohnraumangebot besteht. Gerade angesichts der Aufwertung von Liegenschaften oder ganzen Arealen, die mit dem Bau der Limmattalbahn einhergehen könne, sei es wichtig, dass es auch in zehn Jahren noch bezahlbaren Wohnraum gebe. Wie der Stadtrat das angestrebte breite Wohnraumangebot garantieren wolle, gehe aber nicht aus der Antwort hervor, sagt Küng.

Der SP-Gemeinderat will deshalb diese Themen, die ihm wichtig sind, politisch weiter bearbeiten. Mit einer Gruppe junger Interessierter ist er daran, eine Initiative auszuarbeiten, die gemeinnützigen Wohnraum in der Stadt fordert.

Zudem will er sich unter anderem auch aktiv für lebendige Zentren einsetzen. Küng betont dabei den Plural des Wortes, den auch der Stadtrat verwendet. Denn: «In Dietikon gibt es viele gute Angebote, doch finden sich diese vor allem im Stadtzentrum», sagt Küng. Der Fokus müsse sich vermehrt in die verschiedenen Quartiere hinaus verschieben. «Hier müsste sich die Stadt noch stärker engagieren», sagt Küng und regt die Einführung von «Quartierarbeit» an.

Die Stadt könne zwar einem Quartier nicht vorschreiben, dass es plötzlich lebendig sei, ist sich der SP-Gemeinderat bewusst. Aber die Stadt müsse die Strukturen und gewisse Grundangebote bereitstellen. «Dann können sich die Bewohner einfacher engagieren und ihr Quartier weiterentwickeln», ist Küng überzeugt.

Die soziale Dimension ist nicht messbar

Johannes Küng hatte den Stadtrat im Weiteren angefragt, wie dieser die Ziele seiner Stadtentwicklungsstrategie operationalisiere. Da es sich dabei vor allem um subjektive Aspekte wie Attraktivität, Qualität oder Lebendigkeit handle, liessen sich die Erfolge kaum messen, hält der Stadtrat fest. Aber durch entsprechende Planungsprozesse – etwa Studienaufträge, Wettbewerbe und Mitwirkungsverfahren – werde sichergestellt, dass sie berücksichtigt werden. (og)

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