Bohnäcker
Baulandreserven: In Oetwil ist Wachsen nur noch im Westen möglich

Gemäss regionalem Raumordnungskonzept wird Oetwil bis 2030 rund 300 Menschen mehr beheimaten. Allerdings fehlt es an Baulandreserven. Die Entwicklungsziele des Gemeinderates lassen sich nur mit der Einzonung des Gebiets Bohnäcker realisieren.

Sandro Zimmerli
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Das Gebiet Bohnäcker ist aus Sicht des Oetwiler Gemeinderates ein zentrales Element für die Weiterentwicklung des Dorfs.

Das Gebiet Bohnäcker ist aus Sicht des Oetwiler Gemeinderates ein zentrales Element für die Weiterentwicklung des Dorfs.

Bettina Hamilton-Irvine

Im Herbst werden die Oetwilerinnen und Oetwiler über die künftige Entwicklung ihres Dorfes befinden. Geht es nach dem Gemeinderat, sollen die Stimmberechtigten am 25. September an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung über die revidierte Bau- und Zonenordnung abstimmen. Noch bis zum 13. März läuft die öffentliche Auflage der Unterlagen zur Revision der Ortsplanung. Bis dahin kann sich Jedermann zu den Plänen äussern.

Am Dienstag nun lud der Gemeinderat zu einer Informationsveranstaltung, an der die wichtigsten Punkte der künftigen Planung erläutert wurden. Ein zentrales Element ist dabei die Einzonung der Reservezone Bohnäcker, die sich am westlichen Rand der Gemeinde befindet und von der Limmat, der Mutschellenstrasse und der Limmattalstrasse begrenzt wird. Aber auch in den bereits überbauten Gebieten soll zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden, etwa durch die Umnutzung leer stehender Ökonomiegebäudeteile sowie der Änderung von Vorschriften. Denn gemäss regionalem Raumordnungskonzept wird für Oetwil bis ins Jahr 2030 ein Wachstum von heute etwas über 2400 Einwohner auf rund 2700 Einwohner prognostiziert.

Tendenz zur Überalterung

«Allerdings verfügt Oetwil über keine Baulandreserven mehr. Zudem besteht in der Gemeinde eine Tendenz zur Überalterung», sagte Bauvorstand Walter Bühler (SVP), der die Arbeitsgruppe Gesamtrevision Ortsplanung leitet. Für junge Leute habe es keinen Platz. Der Gemeinde sei aber eine gute Altersdurchmischung wichtig. Dies habe den Gemeinderat dazu bewogen, die aus dem Jahr 1996 stammende aktuelle Bau- und Zonenordnung zu überarbeiten. Zudem hätten sich seither die rechtlichen Planungsgrundlagen durch das revidierte Raumplanungsgesetz sowie den kantonalen und regionalen Richtplan verändert.

3,5 Hektar

...gross ist das Gebiet Bohnäcker. Laut Schätzung könnten dort dereinst bis zu 400 Leute wohnen.

«Die Herausforderung besteht nun darin, haushälterisch mit dem Boden umzugehen und die Zersiedelung einzudämmen», sagte Bühler. Deshalb habe man auch die Entwicklungsmöglichkeiten in den überbauten Gebieten betrachtet. Laut Ortsplaner Marsilio Passaglia von der Planungsfirma Planar AG für Raumentwicklung in Zürich gibt es in der Kernzone noch viel Potenzial. «Dabei gilt es aber die für das Ortsbild wichtigen Grünflächen zu erhalten», sagte er.

Unter anderem habe man sich entschieden, in der neuen Bau- und Zonenordnung die Gebäudebreite in der Kernzone von 12 auf 13 Meter zu vergrössern. Dies, um etwas mehr Spielraum zu gewähren, etwa für Treppenhausanbauten zur Erschliessung der Obergeschosse. Denn Treppenhäuser müssen aus feuerpolizeilichen Gründen gewisse Mindestbreiten aufweisen. Zudem habe man die Maximalbreite der Dachaufbauten erhöht, um so beim Umbau von traditionellen Gebäuden die Dachgeschosse besser erhellen zu können.

Gestaltungsplan vorgesehen

Doch mit dieser moderaten Verdichtung in der Kernzone sowie der Umnutzung leerer Ökonomiegebäudeteile lässt sich die prognostizierte Entwicklung nicht bewältigen. Deshalb soll der rund 3,5 Hektar grosse Bohnäcker, der aus fünf Parzellen besteht, die sich in Privateigentum befinden, eingezont werden. Laut Schätzung könnten dort künftig rund 400 Einwohner leben.

Bei der Entwicklung des Gebietes will der Gemeinderat jedoch die Fäden bis zum Schluss in den Händen halten. Um die Qualität der Überbauung sicherzustellen, soll diese etappiert erfolgen. Zudem will der Gemeinderat das Gebiet mit einer Gestaltungsplanpflicht belegen. Die Überbauung soll ins Dorfbild passen und nach Möglichkeit Flächen für lokales Gewerbe und altersgerechte Wohnungen bieten. Vorgesehen sind viergeschossige Gebäude.

Aus den Reihen der rund 100 Besucher der Informationsveranstaltung gab es nur wenige Fragen, etwa ob durch die Bevölkerungsentwicklung nicht auch die Infrastruktur ausgebaut werden müsste. Laut den Verantwortlichen ist das nicht der Fall. Auch eine Diskussion blieb aus. Das dürfte an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung anders werden.