Dietikon

Baugesuch für Waldkindergarten abgelehnt – Projekt stösst trotztem stadtweit auf Interesse

Der Kindergarten In der Lachen in Dietikon wird vorerst zur Basis des neuen Waldkindergartens. Er wird erst im Frühling oder Sommer 2021 abgerissen, wenn die Baugenossenschaft Schönheim mit dem Neubau ihrer Wohnsiedlung aus dem Jahr 1948 beginnt.

Der Kindergarten In der Lachen in Dietikon wird vorerst zur Basis des neuen Waldkindergartens. Er wird erst im Frühling oder Sommer 2021 abgerissen, wenn die Baugenossenschaft Schönheim mit dem Neubau ihrer Wohnsiedlung aus dem Jahr 1948 beginnt.

Die Dietiker Schule muss ihr Projekt etwas abspecken. Sie kann dabei aber vorerst doch auf den fixen Kindergarten in der Lachen zählen.

Ab dem kommenden Schuljahr wird in Dietikon ein Waldkindergarten geführt – allerdings in einer etwas anderen Form als erwartet. Die Idee, in Waldesnähe beim Stoffelbach einen Bauwagen hin- sowie eine Pergola und eine Umzäunung aufzustellen, haben sich zerschlagen.

Der Kanton Zürich hat dem Baugesuch, das die Schulverwaltung der Stadt Dietikon Mitte Februar öffentlich aufgelegt hatte, eine Abfuhr erteilt. In der Freihaltezone liessen sich derartige Bauten nicht realisieren, auch nicht für ein blosses Provisorium von fünf Jahren.

Nun werden die 18 Kinder, die sich für den Waldkindergarten bereits angemeldet haben, nach den Sommerferien ihre Basis vorerst im Kindergarten in der Lachen aufschlagen, wie Franziska Kurer, die Leiterin Pädagogische Dienste, auf Anfrage erklärt. Von dort aus werden sich die Kindergärtler fünf Mal in der Woche mit ihrer Kindergartenlehrerin und einer weiteren Begleitperson in den Guggenbühlwald aufmachen, um im Freien zu spielen, zu singen und auf Entdeckungstour zu gehen. Bei schlechten Witterungsbedingungen kann der Unterricht damit weiterhin im festen Gebäude erfolgen.

Eine Übergangslösung für eine Überbrückungslösung

Der Waldkindergarten ist eine Art Überbrückungslösung. Die Baugenossenschaft Schönheim beabsichtigt, ihre Wohnsiedlung in der Lachen aus dem Jahr 1948 abzubrechen und neu zu erstellen. Dabei fällt während der längeren Bauphase auch der heutige Kindergarten weg. Bis in der neuen Siedlung dann ein Doppelkindergarten bezugsbereit sein wird, wollte die Schulpflege in den Wald ausweichen.

Der Abriss und der Neubau der Wohnsiedlung verzögern sich nun aber, wie Kurer erklärt. Der Kindergarten kann deshalb vorerst weiterhin als Ausgangspunkt für den Waldkindergarten genutzt werden. Und die Schule hat damit etwas Zeit, um eine definitive Ersatzlösung für den Bauwagen zu finden.

Laut Kurer gibt es mehrere Gründe, weshalb das Pilotprojekt eingeführt wird, auch wenn der ursprüngliche Grund – der Wegfall des Kindergartens – aktuell nicht vorhanden ist. So sei der Abbruch des Kindergartens in der Lachen ja vorerst nur aufgeschoben; der Waldkindergarten müsste bei einem Zuwarten wohl mitten im Schuljahr im Frühling 2021 oder spätestens im Sommer 2021 eingeführt werden, sagt Franziska Kurer. Zudem stehe die Klasse bereits, die den Waldkindergarten besuchen wird. «Die Eltern und deren Kinder wären enttäuscht, könnten sie das neue Angebot nicht nutzen, für das sie sich freiwillig angemeldet haben.»

Projekt stösst stadtweit auf Interesse

Denn das Interesse daran sei im Vorfeld der Einführung gross gewesen; selbst aus weit entfernten Quartieren wie dem Limmatfeld seien Anfragen von Eltern gekommen, ob ihr Kind in die Klasse aufgenommen werden könnte. Die Möglichkeit, den geplanten Waldkindergarten zu besuchen, beschränke sich aber auf das nähere Einzugsgebiet um den Kindergarten in der Lachen.

Die Dietiker Schulpflege steht schliesslich auch grundsätzlich hinter dem neuen Angebot: Ein Waldkindergarten biete pädagogische Mehrwerte, sagt Kurer. So können die Kinder im Wald, der nicht von Wänden abgeschlossen ist, ihrem natürlichen Bewegungsdrang besser nachkommen. Und das freie Spielen im unebenen Gelände stärke die Fein- und Grobmotorik der Kinder und rege deren Fantasie und Gestaltungsdrang an.

Bis zum Ende der kommenden Sommerferien wird die Holzkorporation Dietikon, welche das Vorhaben der Schule von Beginn an unterstützt hatte, im Guggenbühlwald einen Platz für die Kinder herrichten, wie Kurer sagt.

Zusammen mit der Leiterin Schulliegenschaften macht sich die Leiterin Pädagogische Dienste derweil daran, für Frühling oder Sommer 2021 entweder einen geeigneten Raum oder einen neuen Stellplatz für den Bauwagen zu suchen, der den Kindergarten in der Lachen ersetzen kann.

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