Limmattal
Bauern wappnen sich gegen Eiseskälte

Der Januar war zu warm – der Februar startet umso kälter: Gegen Ende dieser Woche werden in der Region Temperaturen von mehr als minus zehn Grad Celsius erwartet. Während viele über die Kälte schimpfen, lässt die Eiseskälte die Bauern kalt.

Katja Landolt und Aleksandra Hiltmann
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«Der Zeitpunkt für die tiefen Temperaturen ist gut», sagt Ferdi Hodel, Geschäftsführer des Zürcher Bauernverbands.Fotos: Katja Landolt

«Der Zeitpunkt für die tiefen Temperaturen ist gut», sagt Ferdi Hodel, Geschäftsführer des Zürcher Bauernverbands.Fotos: Katja Landolt

Der Januar war zu warm – der Februar startet umso kälter: Gegen Ende dieser Woche werden in der Region Temperaturen von mehr als minus zehn Grad Celsius erwartet.

Doch die Kälte ist laut Ferdi Hodel, Geschäftsführer des Zürcher Bauernverbandes, kein Problem: «Der Zeitpunkt für diese tiefen Temperaturen ist gut. Es ist alles im grünen Bereich, auch wenn die Vegetation an gewissen tief gelegenen Orten schon etwas weiter ist als üblich.»

Die Kälte würde ausserdem dazu beitragen, dass es den Schädlingen an den Kragen geht, beispielsweise den Mäusen: «Die Mäuse waren teilweise schon aktiv, die Kälte könnte ihnen jetzt arg zusetzen», sagt Hodel.

Für die Bauern, die mit den Nagern in der Regel auf Kriegsfuss stehen, aber kein grosses Ärgernis. Kältewellen mit solchen Minustemperaturen seien nur problematisch, wenn sie Ende Februar oder im März kämen. Hodel: «Dann müssten wir mit Verzögerungen in der Vegetation oder mit Kälteschäden rechnen.»

Später als geplant anpflanzen

Der in Oberengstringen wohnhafte Walter Leuzinger von der Gemüseproduzenten-Vereinigung Zürich rechnet aber bei sich auf dem Hof bereits jetzt mit Verschiebung im Vegetationswachstum.

«Angesichts der Kältewelle macht es bei einigen Kulturen Sinn, diese später als geplant anzupflanzen. So kann ich vermeiden, dass ich die betreffenden Gewächshäuser zusätzlich beheizen muss, um Schäden zu vermeiden», erklärt er.

Leuzingers Sorge gilt hauptsächlich dem Lauch, dem die Kälte zusetzen könnte. Halten die frostigen Temperaturen lange an, könnte dieser sowie andere Inlandgemüse wie Wirz oder Freilandnüssli knapp werden, was eine Preissteigerung zur Folge hätte.

Ebenfalls Auswirkungen auf die Gemüsepreise könne die Verkehrssituation haben, so Leuzinger. «Kritisch könnte es werden, wenn es im Süden, gerade in Sizilien, lange kalt bleibt. Gerade in Ländern, die nicht auf Kälte eingerichtet sind, können in strengen Wintern die Transportwege beeinträchtigt werden.»

Biobauer Samuel Spahn aus Dietikon meint pragmatisch: «Wird es kälter, muss man eben mehr heizen.» Seine Rinder kümmert der Winter wenig: «Sie sind das ganze Jahr draussen und sehr kälteresistent.» Für seinen Betrieb sei die Kälte nicht dramatisch. Nur auf die Wasserleitungen und Tränken müsse man Acht geben, damit diese nicht vereisen.

Nussbaum könnte Sorgen bereiten

Bauer Samuel Spahn hat auch bezüglich seiner Obstbäume keine grossen Bedenken. Einzig der frisch geschnittene Nussbaum könnte ihm Sorgen bereiten. Der eigentlich im Herbst stattfindende Rückgang des Saftes aus der Rinde hat sich aufgrund der milden Temperaturen verzögert.

«Befindet sich jetzt noch Saft in der Nussbaumrinde, kann die lang anhaltende Kälte zur Folge haben, dass diese gesprengt wird», befürchtet Biobauer Spahn. Langer Frost sei auch für die Äcker schlecht, da diesen dann ein längerer Auswinterungsprozess bevorstünde.

Jungbauer Daniel Löffel aus Bergdietikon erklärt diesbezüglich, dass der gefallene Schnee gerade recht komme: «Der Schnee wirkt auf Äcker wie eine schützende Isolationsschicht.»