Gubrist

Bauarbeiten Nordumfahrung: Erst muss Platz geschafft werden, dann wird ausgebaut

Im Juni beginnt der Ausbau der A1 zwischen dem Gubristtunnel und der Ausfahrt Zürich Nord.

Im Juni beginnt der Ausbau der A1 zwischen dem Gubristtunnel und der Ausfahrt Zürich Nord.

Bevor im Juni bei Affoltern die Bagger für den Ausbau auffahren, muss einiges vorbereitet werden.

Baulich vorbereitet wird der Ausbau der Zürcher Nordumfahrung schon länger – zumindest auf der Ostseite des Gubristtunnels. Bislang fanden diese Arbeiten – etwa der Abbruch von Überführungen oder der Bau von Hilfsbrücken – hauptsächlich in der Nacht statt. Ab nächster Woche wird nun auf der Strecke zwischen Gubrist und Zürich Nord auch tagsüber gearbeitet. Wie das Bundesamt für Strassen (Astra) gestern mitteilte, finden ab Montag «Einrichtungsarbeiten» für die Erweiterung der Fahrbahn Richtung St. Gallen auf drei Spuren statt. In einem ersten Schritt «wird der Platz für die Bauarbeiten geschaffen», heisst es in der Mitteilung. «Dazu wird der Pannenstreifen genutzt, aber auch ein Teil der Böschung abgetragen», führt Vanessa Alves von der Kommunikationsabteilung der Astra-Filiale in Winterthur aus. Des Weiteren werde die Baustelleneinrichtung erstellt sowie erstes Material und Baumaschinen angeliefert.

Welche Bauarbeiten auf der Nordumfahrung ab Mai vorbereitet werden

Welche Bauarbeiten auf der Nordumfahrung ab Mai vorbereitet werden

Spursperrung im Stelzen-Tunnel

Vorbereitet wird neben der Fahrbahnverbreiterung ab nächster Woche auch der Bau von Lärmschutzwänden und der Überdeckung beim Katzensee. Zwischen der Katzensee- und der Hohensteinstrasse erhält die Autobahn auf einer Länge von 580 Metern einen Deckel. Damit soll das Naturschutzgebiet von nationaler Bedeutung weniger durch Verkehrslärm belastet und neuer Lebensraum für Tiere und Pflanzen geschaffen werden. Auch beim Anschluss Zürich Affoltern bereitet sich das Astra auf den geplanten Umbau vor. Der neue Anschluss wird rautenförmig konzipiert, womit sämtliche Ein- und Ausfahrten künftig ohne grosse Kurven auf die und von der Autobahn führen. Laut dem Astra wird damit der Verkehrsfluss verbessert und der Rückstau Richtung Regensdorf und Zürich verringert. Mit dem eigentlichen Umbau des Anschlusses wird im Juni begonnen. Während der rund fünfmonatigen Bauzeit bis Oktober bleibt der Anschluss für den Verkehr geöffnet.

Gubrist: Das Nadelöhr der Nation

Parallel zu diesen Arbeiten bereitet das Astra ausserdem die Instandstellung der Überdeckung Stelzen bei Opfikon vor. Dafür wird in beide Fahrtrichtungen jeweils von 20.30 bis 5 Uhr eine Spur gesperrt. Den Autofahrern stehen dann in beiden Richtungen noch zwei Spuren zur Verfügung. Trotz der eingeschränkten Kapazität des Stelzen-Tunnels rechnet man beim Astra nicht mit mehr Staus auf diesem Abschnitt, wie Alves sagt. «Die Sperrungen beginnen erst nach der abendlichen Stossverkehrszeit und enden jeweils vor jener am Morgen.» Allerdings könne ein reduzierter Verkehrsfluss mit stockenden Phasen, insbesondere zu Beginn der Nachtsperrung, nicht ausgeschlossen werden.

Die Vorbereitungen auf der Fahrbahn Richtung St. Gallen sollen sich laut Alves hingegen gar nicht negativ auf den Verkehrsfluss auswirken. Über die Auswirkungen der eigentlichen Bauarbeiten werde in den nächsten Monaten detaillierter informiert, sagt Alves.

Anfang Juni soll die Nordumfahrung für den Beginn der Hauptbauarbeiten bereit sein. Der offizielle Startschuss für den vier Jahre dauernden Ausbau fällt am 6. Juni in Anwesenheit prominenter Gäste, wie es beim Astra heisst. Die Erweiterung der Fahrbahn Richtung St. Gallen soll rund ein Jahr dauern. Läuft es nach Plan, wird von Mitte 2017 bis Mitte 2018 die A1 anschliessend in Richtung Bern um eine Spur ergänzt. Gleichzeitig werden die bestehenden Spuren in diese Richtung erneuert. In der letzten Phase, die 2019 abgeschlossen werden soll, werden schliesslich die heute bestehenden Fahrstreifen Richtung St. Gallen saniert. Mit der etappenweisen Erweiterung der Nordumfahrung stehen dem Verkehr in beide Richtungen stets zwei Spuren zur Verfügung. Mit der Behebung des eigentlichen Nadelöhrs der Nordumfahrung, dem Ausbau des Gubristtunnels, wird frühestens Ende 2016 begonnnen. Dann soll der Bau der dritten Gubriströhre vorbereitet werden. Danach folgt ab 2022 die Sanierung der zwei alten Röhren.

Infopavillon für die Bevölkerung

Wer sich intensiver mit dem Ausbau der Nordumfahrung auseinandersetzen möchte, kann dies ab nächster Woche an der Affolternstrasse zwischen Regensdorf und Affoltern tun. Dort eröffnet am 4. Mai ein Infopavillon, in dem sich die Bevölkerung über das Projekt, aber auch generell über das Thema Mobilität informieren kann. Der Pavillon ist am Mittwoch, 14 bis 20.30 Uhr und am Samstag, 9 bis 13 Uhr geöffnet. Zu einem späteren Zeitpunkt finden Führungen auf der Baustelle statt.

Autor

Tobias Hänni

Tobias Hänni

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