Dietikon
Bald ist Schluss mit Doppelnamen: Müller und Heiz statt Müller-Heiz

Ab 2013 gilt das neue Namens- und Bürgerrecht. Auf dem Zivilstandsamt Dietikon werden die Beamten geschult - Reaktionen aus der Bevölkerung kamen noch kaum.

Katja Landolt
Drucken
Teilen

Bei der Heirat nimmt die Frau den Familiennamen des Mannes an - so war es bislang die Regel. Nach der Gesetzesänderung gilt: «Jeder Ehegatte behält seinen Namen und sein Bürgerrecht«, so das Bundesamt für Justiz in einer Mitteilung. Die Heirat wirke sich grundsätzlich nicht mehr auf den Namen und das Bürgerrecht aus. Die Brautleute könnten aber erklären, den Ledignamen der Braut oder des Bräutigams als gemeinsamen Namen tragen zu wollen. Das gilt auch für gleichgeschlechtliche Paare. Der Bundesrat will so die Gleichstellung der Ehegatten im Namens- und Bürgerrecht gewährleisten.
Trotz dieser einschneidenden Veränderungen ist auf dem Zivilstandsamt Dietikon - zuständig für die Gemeinden Aesch, Birmensdorf, Bergdietikon, Dietikon, Geroldswil, Oberengstringen, Oetwil, Schlieren, Uitikon, Unterengstringen, Urdorf und Weiningen - weder eine Häufung ratloser Personen, geschweige denn ein Ansturm von Heiratswilligen zu spüren. Im Gegenteil: «Wir haben bisher noch kaum Reaktionen aus der Bevölkerung erhalten», sagt Susanne Meier, stellvertretende Leiterin des Zivilstandsamtes. «Die Gesetzesänderung ist noch nicht im Bewusstsein der Leute angekommen.»
«Einiges an Veränderung»

Angekommen ist die Gesetzesänderung hingegen bei den Angestellten der Zivilstandsämter. «Ich habe die neuen Gesetze in den letzten Tagen studiert und festgestellt, dass einiges an Veränderung auf uns zukommen wird», sagt Meier. Die Zivilstandsbeamten würden für die Gesetzesänderung geschult.

Nicht nur für Heiratswillige, auch beispielsweise für künftige Eltern ändert sich per Januar 2013 das eine oder andere: Kinder verheirateter Paare erhalten den gemeinsamen Familiennamen oder - tragen die Eltern verschiedene Namen - jenen, den sie bei der Eheschliessung zum Namen ihrer gemeinsamen Kinder bestimmt haben. Sind die Eltern nicht verheiratet, bekommt das Kind den Ledignamen der Mutter - bei gemeinsamer elterlicher Sorge können die Eltern aber auch erklären, dass das Kind den Ledignamen des Vaters tragen soll. «Haben sich die Eltern einmal für einen Familiennamen für ihr erstes Kind entschieden, können sie beim nächsten Kind nicht mehr wechseln», sagt Meier. Alle diese Regelungen gelten auch für das Bürgerrecht: Jeder Ehegatte behält sein Bürgerrecht. Das Kind erhält das Bürgerrecht desjenigen Elternteils, dessen Familiennamen es trägt. Neu ist auch, dass beim Tod eines Ehepartners der Witwer oder die Witwe wieder den Familiennamen ändern kann. Dieses Recht ist nicht befristet. Das Gleiche gilt für Geschiedene; hier galt bisher eine einjährige Frist, innert der ein Gesuch für eine Namensänderung eingehen musste.

Für die Gesetzesänderung gilt ein Übergangsrecht bis 31. Dezember 2013. Bis dahin können beispielsweise Ehegatten, die ihren Namen bei der Eheschliessung geändert haben, auf dem Zivilstandsamt erklären, dass sie künftig wieder ihren Ledignamen tragen wollen.