Die Avia-Tankstelle an der Überlandstrasse in der Nähe zur Grenze zu Spreitenbach geht per Ende Juni überraschend zu, wie die Stadt Dietikon auf ihrer Internetseite mitteilt. Als Folge davon muss sie auch ihre Gas-Zapfsäule abbauen, wie Werner von Holzen, der Leiter der Gas- und Wasserversorgung, sagt. An der entsprechenden Zapfsäule, die zwischen den Diesel- und Benzin-Säulen steht, hat die Stadt einen entsprechenden Info-Zettel angebracht, wonach ab 15. Juni kein Gasbezug mehr möglich sein wird.

Stadt hat sich eingemietet

Die Stadt hatte sich seit 2007 bei der Tankstelle an der Überlandstrasse eingemietet, um dort eine Gas-Zapfsäule anzubieten. «Durch den Ersatz der Treibstoffe Benzin und Diesel durch Erdgas und Biogas lassen sich die Schadstoffemissionen im Strassenverkehr erheblich senken», schrieb der Stadtrat im Januar 2007 in seinem Antrag. «Insbesondere im innerstädtischen Verkehr bietet sich der Einsatz von Erdgasfahrzeugen an und stellt damit eine sofort verfügbare und wirksame Möglichkeit zur Senkung der verkehrsbedingten Umwelt- und Gesundheitsbelastungen dar.» Die Zusammenarbeit mit einer bestehenden Tankstelle hatte sich aus technischen und praktischen Gründen – etwa wegen des Bezahlens an der Tankstellenkasse – aufgedrängt, wie der Stadtrat damals weiter festhielt.

Der Betrieb der Gas-Tankstelle ging in den vergangenen Jahren gemäss von Holzen immer mehr oder weniger auf. Der Verkauf habe die Kosten gedeckt. Über aktuelle Zahlen, wie viele Kunden die Gas-Zapfsäule genutzt haben, verfügt die Stadt nicht. 2007 war sie von rund 20 Dietikerinnen und Dietikern ausgegangen, die über ein Gas-Auto verfügten. Das Potenzial stuften sie damals im Limmattal aber als gross ein: «Verschiedene Anfragen von Seiten der Bevölkerung und Gewerbetreibender zeigen, dass das Interesse an einer Gas-Tankstelle vorhanden ist», hiess es im stadträtlichen Antrag. «Mit der Förderung des umweltfreundlichen Treibstoffes Erdgas leistet die Stadt Dietikon einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität.»

Suche nimmt Zeit in Anspruch

Dies ist im Grundsatz noch heute so. Die Infrastrukturabteilung prüft deshalb, ob sich in Dietikon ein anderer Standort für eine Gas-Tankstelle finden lässt. Dies werde aber schwierig, sagt von Holzen. Denn der Standort müsse sich idealerweise an einer bestehenden Gas-Leitung und an einer verkehrsreichen Lage befinden. Geprüft werde beispielsweise, ob sich eine neue Gas-Zapfsäule entlang der Zürcherstrasse realisieren liesse.

Vor Ablauf eines Jahres sei allerdings nicht mit einer Neueröffnung zu rechnen, heisst es in der Mitteilung auf der Internetseite der Stadt. Bis dahin liegt die nächstgelegene Tankstelle, an der sich ein Gas-Tank auffüllen lässt, an der Wagistrasse 24 in Schlieren.

Aus der Gas-Tankstelle kommt heute, anders als zu Beginn vor zwölf Jahren, nicht mehr nur reines Erdgas: Seit Oktober 2016 wird im Dietiker Netz generell 20 Prozent Biogas beigefügt. Das Gasnetz – ohne fossiles Erdgas – habe Zukunft, heisst es bei der Stadt. Kunden können zu Hause den Anteil deshalb optional auch auf 50 oder 100 Prozent erhöhen.