Vitello tonnato, Angus-Beef-Fleischbällchen und eine Gazpacho stehen auf dem Bartresen für die Gäste bereit. Traditionell wird Laurent Perrier serviert. Dieses Wochenende klirren die Champagnergläser letztmals im «Witschi’s»: 33 Jahre lang bewirtete Heinz Witschi die Gäste in seinem Sternelokal an der Zürcherstrasse in Unterengstringen. Nun steht das Inventar zum Verkauf. Viel Silbergeschirr, Dekorationsmaterial, Bilder und auch ein Schachbrett stehen den Besucherinnen und Besuchern zur Auswahl.

Die kleinen Dekowaren haben das Interesse von Carmen Baumann besonders geweckt. «Ich habe mir Austernschalen für Salz und Pfeffer gekauft sowie kleine Figuren für die Weinflasche und Olivenschälchen», erzählt die Oetwilerin. Doch richtig ins Schwärmen kommt der Stammgast, wenn sie über Witschis Kochkünste spricht. «Für mich war das ‹Witschi’s› das beste Restaurant in Zürich. Die Qualität des Essens ist hervorragend, und dies zeichnet sich ebenfalls im Geschmack aus», sagt Baumann. Doch ganz alles steht den Gästen nicht zum Verkauf. «Meine Frau beispielsweise», sagt der 73-Jährige, «und ich habe eine Sammlung von Jugendstil-Lampen, die mir sehr viel bedeuten.» Denn Jugendstil-Objekte hätten ihn schon immer fasziniert. Trotz Schliessung bleibt das Lokal in Familienhand. Ab Januar 2020 wird seine Tochter Laura Witschi das leicht umgestaltete Lokal übernehmen. Die Türen öffnen dann erst am Nachmittag, und der Fokus liegt stärker auf Apéros und Anlässen. Auch wenn das Lokal in der Familie bleibt, geht für Witschi eine Ära zu Ende. Wie fühlt er sich dabei? «All die Jahre war ich permanent unter Druck und von heute auf morgen ist er weg. Deshalb fühle ich mich sehr gut.»