Schlieren

Aufgrund der Coronakrise bleiben Touristen im Limmattal zurück

Einige Touristen stecken wegen fehlender Flüge in der Schweiz fest. Alleine die Lufthansa-Gruppe, zu der auch die Swiss gehört, strich wegen der Auswirkungen des Coronavirus im März rund 7100 Europa-Flüge.

Einige Touristen stecken wegen fehlender Flüge in der Schweiz fest. Alleine die Lufthansa-Gruppe, zu der auch die Swiss gehört, strich wegen der Auswirkungen des Coronavirus im März rund 7100 Europa-Flüge.

Nicht jedes Land holt seine Bürger in die Heimat. Manche bleiben wegen des Coronavirus unfreiwillig im Schweizurlaub stecken.

Nicht jedes Land holt seine Bürger in die Heimat. Manche bleiben wegen des Coronavirus unfreiwillig im Schweizurlaub stecken.In den letzten Tagen sind Hunderte Schweizer aus dem Ausland zurückgekehrt. Doch längst nicht jedes Land holt seine Bürger zurück. Die Schlieremer Gemeinderätin Heidemarie Busch (CVP) erzählt von Bekannten, die kurz vor dem Lockdown die Schweiz verlassen wollten: «Die Rückreise war jedoch nicht möglich, da ihr Flug bereits gestrichen worden war.» So seien die beiden älteren Leute in Schlieren stecken geblieben. Aus Angst, illegal in der Schweiz zu sein, trauten sie sich in der Folge kaum aus dem Haus.

Auf der Suche nach Antworten für ihre Bekannten telefonierte Busch mit verschiedenen Ämtern, unter anderem auch mit dem Migrationsamt. Doch geschlossene Grenzen, gestrichene Flüge und gesundheitspolitische Entscheide stellten auch das Migrationsamt Zürich vor neue Probleme. Immer wieder wurde Busch am Telefon weiterverbunden. So verbrachte sie viel Zeit am Hörer.
Auf der Website des Migrationsamts Zürich werden die geltenden Bestimmungen während der Coronazeit nun laufend aktualisiert und aufgelistet. «Zusammengefasst kann ich sagen, dass Personen, deren Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung ablaufen, diese wie gewohnt verlängern können. Personen im Touristenaufenthalt haben die Schweiz grundsätzlich zu verlassen», schreibt Tobias Christen vom Migrationsamt Zürich auf Anfrage. Sei es nicht möglich, den Schengenraum vor Ablauf des Visums oder des bewilligungsfreien Aufenthalts zu verlassen und in den Herkunftsstaat zurückzukehren, so stelle das Migrationsamt auf persönliche Vorsprache hin eine Meldekarte aus.

Die Touristen sollen sich in diesem Fall wenige Tage vor Ablauf ihres bewilligungsfreien Aufenthalts mit dem Pass, der aktuellen Aufenthaltsadresse, einer schriftlichen Begründung, weshalb die Ausreise für sie derzeit unmöglich ist sowie einer gültigen Reiseversicherung am Schalter melden. Dann werde ihnen gegen eine Gebühr von 45 Franken eine Meldekarte ausgestellt. Diese ermöglicht, dass sich niemand ohne Aufenthaltsberechtigung in der Schweiz bewegen muss. Selbst im Fall, dass Dokumente fehlen oder andere Schwierigkeiten auftauchen, werden die Touristen im Land gebeten, sich beim zuständigen Migrationsamt zu melden. «Wir prüfen jeweils die Einzelfälle und sehen, in welchen Fällen eine Rückreise noch möglich ist», sagt Christen. Personen, die aus objektiven Gründen nicht ausreisen können, wird eine Fristerstreckung bis zum 30. Juni gewährt.

Rückreisevisa werden grundsätzlich verweigert

«Die Erteilung von Rückreisevisa wird grundsätzlich verweigert, um Reisen einzuschränken», schreibt das Migrationsamt. Ausnahmen werden nur bei nachgewiesenen Härtefällen gemacht – beispielsweise wegen einer schweren Erkrankung, wegen eines Todesfalls eines engen Familienangehörigen oder bei definitiven Ausreisen. Personen mit einer B- oder C-Bewilligung können jedoch weiterhin in die Schweiz einreisen. Im Fall von Buschs Bekannten heisst das wohl, dass sie noch weitere Wochen, wenn nicht Monate, in Selbstquarantäne im Limmattal abwarten müssen. So lange, bis sich die Situation beruhigt hat und die Reise in ihre Heimat wieder ohne Probleme möglich ist.

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