Fussball
Aufgeben gibt es nicht: Wie Romana Trajkovska gegen ihren Körper kämpft

Die Kniescheibe ist Romana Trajkovskas Achillesferse, wie bei ihrem älteren Bruder. Der ist mittlerweile vom Fussball zurückgetreten. Die Mittelfeldspielerin des Schlieremer NLB-Teams aus Wohlen denkt hingegen nicht daran.

Raphael Biermayr
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Fussball ist das Leben von Romana Trajkovska (vorn).

Fussball ist das Leben von Romana Trajkovska (vorn).

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Ihre Kniescheibe sprang schon dreimal heraus; zweimal, als ein Ball darauf traf, einmal, als ihr Knie mit dem einer Gegnerin zusammentraf. «Meins war halt schwächer», sagt Romana Trajkovska mit einem Schulterzucken.

Neu Meniskusprobleme

Eine Operation, die zuvor wegen des Wachstums nicht angebracht war, soll ihrer Kniescheibe seit Juli 2013 die nötige Stabilität verleihen. Ruhe vor ihrem Körper hatte sie gleichwohl nicht.

Im vergangenen Frühjahr gab es einen neuen Eintrag in die dicke Verletztenakte: Meniskusschaden und Operation im Februar. Nicht neu für Trajkovska war hingegen die lange Zeit der Rekonvaleszenz.
Video: Wen Kämpferin Trajkovska aus Schlierens Team für «eine Kampfsau» hält:

Seit Anfang August trainiert die Mittelfeldspielerin wieder mit dem Team. Am Samstag (18 Uhr, Zelgli) soll sie gemäss Trainer Robert Tonic im Spitzenkampf gegen Derendingen zum ersten Einsatz der Saison als im Fanionteam kommen, nachdem sie am vergangenen Spieltag überraschend im Tor gestanden hat.

Ehemalige U-Nationalspielerin

Trajkovska hat über ihr halbes Sportlerinnenleben auf dem Zelgli verbracht. Anfang 2009 kam sie mit 15 Jahren zum damaligen NLA-Verein. Sie trainierte am nationalen Förderzentrum in Huttwil, spielte bis Ende 2010 (U19) für die Nachwuchs-Nationalteams.

Dass die Karriere anschliessend ins Stocken geriet, lag einerseits an der Verletzungsanfälligkeit, andererseits aber auch an ihrer Verbundenheit mit den Limmattalerinnen. Sie hätte zu den Stadtzürcher Vereinen wechseln können, oder nach Kriens.

Traum vom Ausland ist am Leben

Im Vergleich mit Schlieren wären diese Klubs perspektivreich gewesen für eine Spielerin mit ihrem Talent. «Ich habe den Absprung verpasst, weil es mir schwergefallen war, Schlieren zu verlassen. Hier weiss man, was man hat. Der Teamgeist ist im Normalfall hervorragend, die Mannschaft ist eine Einheit. Das gibt mir viel», erklärt Trajkovska ihr Bleiben.

Das dürfte es also gewesen sein mit dem Traum vom Ausland für die kaufmännische Angestellte. Die kneift die Augen leicht zusammen, fixiert ihr Gegenüber – ihr Kampfesblick.

Sie habe den Traum von einer Karriere noch nicht aufgegeben. Würde sie nach der laufenden Saison eine Chance erhalten, voranzukommen, würde die Aargauerin sie annehmen. «Ich bin ja immer noch jung», sagt sie trotzig.

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