Uitikon
Auf zu neuen Ufern: Am diesjährigen Differenzschwimmen sind 109 Personen am Start

Das elfte Differenzschwimmen in Uitikon markiert auch den Startschuss zu einer neuen Ära für PluSport Behindertensport Limmattal. Neben der vollzogenen Namensänderung könnte künftig auch eine Fusion mit anderen Organsiationen zum Thema werden.

Daniel Diriwächter
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PluSport Limmattal sorgt neben Sport auch für Freude: Diese Teilnehmerin am Differenzschwimmen 2017 konnte es kaum erwarten, endlich ihre Längen im Hallenbad Uitikon zu schwimmen.

PluSport Limmattal sorgt neben Sport auch für Freude: Diese Teilnehmerin am Differenzschwimmen 2017 konnte es kaum erwarten, endlich ihre Längen im Hallenbad Uitikon zu schwimmen.

Daniel Diriwächter

Wenn am Samstag das Uitiker Hallenbad wieder aus allen Nähten platzt und eine fröhliche Stimmung im und ums Becken herrscht, dann findet ohne Zweifel das diesjährige Differenzschwimmen von PluSport Behindertensport Limmattal statt, das der Verein seit elf Jahren organisiert. Für den Wettkampf reisen aus der ganzen Schweiz Sportgruppen und Einzelpersonen an, um im Brust-, Kraul- oder Rückenschwimmen zweimal ihre bevorzugten Strecken von 25, 50 oder 100 Metern zurückzulegen.

Als Sieger gehen jene mit der kleinsten Zeitdifferenz hervor. «Der Anlass erfreut sich grosser Beliebtheit und erste Anfragen zur diesjährigen Teilnahme erhielten wir schon im vergangenen September», sagt Elsbeth Fuhrer, die seit rund 17 Jahren die technische Leiterin des Vereins ist.

«Es freut mich, dass wir in diesem Jahr prozentual viel mehr jüngere Schwimmerinnen dabei haben.» Elsbeth Fuhrer, Technische Leiterin PluSport Limmattal Behindertensport

«Es freut mich, dass wir in diesem Jahr prozentual viel mehr jüngere Schwimmerinnen dabei haben.» Elsbeth Fuhrer, Technische Leiterin PluSport Limmattal Behindertensport

Daniel Diriwächter

Seit Fuhrer die Durchführung des Wettkampfes übernommen hat, ist es ihr wichtig, dass alle mitmachen dürfen. Alle, das sind Menschen mit verschiedenen Handicaps, sei es geistig oder körperlich. Zudem bestehe kein Leistungsdruck, da es nicht um die Schnelligkeit gehe, wie sie betont. Fuhrer zählt zudem auf ein treues Team an freiwilligen Helfern, das massgeblich am Erfolg des Differenzschwimmens beteiligt ist. Und es wird viel zu tun geben: 109 Personen werden dieses Jahr teilnehmen, dazu kommen nochmals rund 30 Betreuer und Helferinnen und Helfer, die das Hallenbad bevölkern werden.

«Es freut mich, dass wir dieses Jahr prozentual viel mehr jüngere Schwimmerinnen dabei haben als auch schon», so Fuhrer. Erstmals mache auch eine Jugendgruppe aus Graubünden mit.

Ein neuer Name

Der mittlerweile 52-jährige Verein stellte im vergangenen Jahr die Weichen für die Zukunft. Es galt, eine Namensänderung vorzunehmen: Aus Behinderten-Sportclub-Limmattal wurde PluSport Limmattal — mit dem Zusatz Behindertensport. «Der Dachverband PluSport Schweiz machte uns dieses Angebot, denn mit diesem Namen weiss man sofort, wofür unser Verein steht», sagt Fuhrer. Zudem stehe das Wort «behindert» nicht mehr an erster Stelle, was ebenfalls erwünscht war. An der Generalversammlung im vergangenen April wurde die Namensänderung bereits angenommen. Das Vorhaben stiess bei den Vereinsmitgliedern auf keinen Widerstand, denn schliesslich ist PluSport Schweiz ein unverzichtbarer Partner für den Limmattaler Verein, der — neben Sponsoren — auch das Differenzschwimmen finanziell unterstützt.

Aber auch PluSport Limmattal hat mit typischen Vereinsproblemen zu kämpfen. Dabei steht er mit 75 Aktivmitgliedern gut da. Es ist der Vorstand, der Probleme bereitet. Seit mehr als zwei Jahren ist das Präsidium nicht besetzt und hat mit der technischen Leiterin Fuhrer, der Kassiererin Judith Dreyer und der Aktuarin Marianne Federer seine einzigen Mitglieder. «Es wird immer schwieriger, junge und engagierte Personen für einen Sitz im Vorstand oder gar für das Präsidium zu gewinnen. Sie haben oft andere Dinge im Kopf», sagt Fuhrer. Die Suche nach neuen Vorstandsmitgliedern geriet aber etwas aus dem Fokus. «Wir führen Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit mit anderen Organisationen aus dem Limmattal, noch ist aber nichts spruchreif.» Sollte eine Fusion anstehen, könnte sich auch die Vorstandsfrage regeln, so Fuhrer.

Sportangebote für Jugendliche

Im vergangenen Jahr wuchs hingegen das Angebot der Sportarten, die PluSport Limmattal in die Agenda schreibt. Neu wurden eine Kids- und eine Jugendgruppe gegründet: Polysport für Kids richtet sich an Teilnehmende aus dem Kindergarten und der Primarschule, während die Unihockey-Stunde Jugendliche aus der Mittel- und Oberstufe willkommen heisst. «Das neue Angebot kommt super an und steht nicht nur Kindern mit Handicap offen. Entsprechend haben wir in beiden Kursen eine bunte Mischung, denn es sind auch solche dabei, die beispielsweise Autismus oder Verhaltensauffälligkeiten haben», so Fuhrer.

Für den Polysport für Kids, der mit 16 Kindern von vier bis zehn Jahre jeden Donnerstag von 16 bis 17 Uhr stattfindet, sucht der Verein noch Helferinnen und Helfer. «Wir hoffen, dass sich bald Leute melden, die zu dieser Uhrzeit Kapazität und Freude am Umgang mit Kindern haben.»

Weiter im Angebot des Vereins sind Karate, Schwimmen und der Sportmix für Erwachsene. Einzig die Sitzball-Stunden, die auch für Flüchtlinge mit Handicap offen standen, mussten wegen Mangel an Teilnehmenden eingestellt werden. «Wir waren aber froh, dass wir dieses Projekt, wenn auch nur für kurze Zeit, ins Leben gerufen haben», sagt Fuhrer.

Neue Vorschriften

PluSport Limmattal bereitet sich weiter darauf vor, um ab Januar 2019 den ab diesem Zeitpunkt geltenden Bestimmungen des Bundesamtes für Sozialversicherungen gerecht zu werden. «Damit wir auch künftig vom Bund finanziell unterstützt werden, müssen alle Leiterinnen und Leiter eine entsprechende Ausbildung durch PluSport durchlaufen», so Fuhrer.
Neben einer dreitägigen Grundausbildung, bei der man den Ausweis «Assistent» erlangen kann, muss man eine Leiterausbildung absolvieren, um Menschen mit Handicap Sportunterricht zu geben. «Wir haben alles in die Wege geleitet, damit wir die Anforderungen erfüllen», sagt Fuhrer.

Sie und ihr Team werden dennoch einiges in die Hand nehmen müssen, um die Zukunft des Vereins zu sichern. Auch kommende Anlässe wollen vorbereitet werden. «Wir nehmen in diesem Jahr noch an zwei oder drei Unihockey- und Pétanque-Turnieren teil. Der Höhepunkt wird aber unsere Teilnahme am nationalen PluSport-Tag sein.» Dieser gilt in der Schweiz als grösstes Sporterlebnis im Behindertensport. Hunderte Sportler, Betreuer, Helfer oder Angehörige werden am 8. Juli ins bernerische Magglingen reisen, um im Areal «End der Welt» diversen sportlichen Disziplinen nachzugehen oder beizuwohnen.

Doch vorerst bestimmt das hiesige Differenzschwimmen den Takt. Es schliesst am Samstag nicht nur mit der obligaten Rangverkündung, sondern auch mit dem Verteilen der Medaillen an sämtliche Teilnehmenden. Als zusätzliches Geschenk werden alle einen Schokoladen-Osterhasen erhalten.

11. Differenzschwimmen, 17. März, im Hallenbad der Sportanlage Uitikon.

Der Verein PluSport Limmattal Behindertensport

PluSport Limmattal Behindertensport wurde 1966 von Käthi Freimüller in Oberengstringen gegründet. Seit rund zwei Jahren wird der Verein von seiner technischen Leiterin Elsbeth Fuhrer geleitet. Die Ziele sind laut Statuten die Förderung sportlicher Betätigung seiner Mitglieder, die Wahrnehmung der Interessen der Mitglieder gegenüber Öffentlichkeit und Behörden, die Zusammenarbeit mit kantonalen und regionalen Organisationen ähnlicher Art und die Förderung kameradschaftlicher Beziehungen unter den Mitgliedern. Der Verein ist weiter Mitglied von PluSport Schweiz und PluSport Kanton Zürich. PluSport Limmattal wird auch von der Stadt Schlieren unterstützt.

Im Angebot für Erwachsene sind Karate (Dienstag, 17.30 - 19.00 Uhr, Dietikon), Schwimmen (Mittwoch, 19.00 – 19.45 Uhr, Oberengstringen) und der Sportmix (Mittwoch, 20.00 - 22.00 Uhr, Urdorf). Für Kinder und Jugendliche werden am Donnerstag in Dietikon Polysport und Unihockey angeboten. (ddi)