Kartoffelgratin und Griessgnocchi landen im Steamer. Gekocht worden ist beides am Morgen; jetzt, gegen Mittag, müssen die Beilagen regeneriert, also erhitzt werden. Nach ein paar Minuten zieht Sibyll Zollinger die Metallschalen wieder heraus, Borka Petrovic deckelt sie zu, dann müssen sie schnell in die Wärme. Sonst sind sie kalt, bis sie bei den Bewohnern auf dem Tisch stehen. Jovo Cajic bugsiert die Wärmewagen ins Tuktuk und fährt los.

Seit Januar 2011 kocht das Küchenteam wegen des Umbaus des Alters- und Gesundheitszentrums Ruggacker im Container auf dem Kirchhaldenplatz. Eingepfercht auf knapp 30 Quadratmetern, zwischen Steamern, Kühlboxen, Transportwagen und Bratkipper, kochen Küchenchefin Martina Wetzel und ihre Mitarbeiter jeden Tag rund 140 Mittagessen und bereiten Zmorge und Znacht für 100 Personen zu. «Man gewöhnt sich an diese Platzverhältnisse», sagt Wetzel und lacht. «Aber wir freuen uns schon sehr darauf, dass wir bald in die neue Küche einziehen können.»

Kampf um Platz und Wärme

Das Kochen ist nicht nur aus Platzgründen eine Herausforderung, sondern auch aus logistischen: Der Lagerplatz ist knapp, Wetzel muss täglich Frischprodukte und einmal wöchentlich für das Trockenlager einkaufen; gut und gern 200 Kilo Gemüse und 70 Kilo Fleisch verarbeitet die Küchencrew jede Woche. Jetzt, an Ostern, sind die Regale in den Kühlräumen rappelvoll.

Das Containergebilde ist doppelstöckig: unten die Küche mit Kühl- und Tiefkühlzellen und Lagerräumen, oben das Büro für die Küchenchefin, Garderoben und ein Aufenthaltsraum. Vom Container aus werden die Mahlzeiten auf die Häuser verteilt. Die Abwaschküche liegt im Keller im Ruggacker, das Getränkelager in der Tiefgarage auf Parkfeld 23.

Diese langen Transportwege fordern auch ihre Opfer: Pommes frites zum Beispiel; eines der Lieblingsessen der Heimbewohner. «Die Pommes frites werden beim Transportieren wegen des Kondenswassers lampig», sagt Wetzel. Seit Januar 2011 gab es keine Pommes frites mehr, seit dann sind die Bewohner quasi auf Pommes-frites-Entzug.

Umzugstermin im August

«Wir haben vor dem Umbau abgeklärt, ob ein Cateringservice infrage käme», sagt Trudy Muggli, Leiterin Hotellerie. Dann hätten aber Mitarbeiter entlassen werden müssen, und das habe man verhindern wollen. Muggli ist stolz auf ihre Küchencrew: «Trotz einfachster und engster Arbeitsverhältnisse liefert sie Tag für Tag super Resultate.»

Die grosse Küchenzüglete ist im August geplant. Muggli hofft, dass sie als Erstes ins neue Gebäude umziehen dürfen: «Damit wir für das Eröffnungsfest am 31. August alles in der neuen Küche zubereiten und uns voller Stolz präsentieren können.»