In Konkurrenz zu 344 Ideen ist das Wagi-Museum Schlieren mit seinem Projekt an einen nationalen Ideenwettbewerb des Bundesamts für Kultur (BAK) angetreten. Zusammen mit zehn weiteren Gewinnern wird der Verein nun in einer nächsten Phase ein Konzept für die Umsetzung des Vorschlages entwickeln.

Denn Mitte September müssen die Gewinner dem BAK einen konkreten Plan vorstellen. Dann wird entschieden, welche Projekte mit welchem Unterstützungsbeitrag anlässlich des Kulturerbejahres 2018 gefördert werden. Ein Maximalbeitrag von 250 000 Franken ist möglich.

10 Monate tüfteln

Seit zehn Monaten tüftelte der Verein Historic Schlieren unter der Leitung von Patrick Bigler an einer Idee des Zeitreisens: Den Besucherinnen und Besuchern des Wagi-Museums soll der Sprung in das Jahr 1902 ermöglicht werden. Mit dem Blick durch eine Virtual-Reality-Brille wird das Publikum in das Schlieren der Vergangenheit eintauchen können.

«Es macht uns natürlich sehr stolz», sagt Projektleiter Bigler, «vor allem, weil wir als ein Limmattaler Projekt in einem landesweiten Wettbewerb gewinnen.» Das Team hat gegen Ende der Ideenphase den Namen des Projekts geändert. Anfangs trug es den Titel «Industriegeschichte mit Zukunft».

Nun heisst die Idee «Timerail Schlieren Virtual Reality». «Wir durften in der Ideenphase unser Projekt weiterentwickeln und konkretisieren. So kam es zur Präzisierung des Titels», sagt Bigler. Nächste Woche werden sich die Mitglieder des Vereins für eine Sitzung treffen und das weitere Vorgehen besprechen.

«Es soll nicht stehen bleiben»

Für die Verwirklichung der Idee brauche der Verein Unterstützung aus unterschiedlichen Branchen. Die grösste Herausforderung sei jetzt, die geeigneten Partner zu finden. «Wir versuchen, vor allem Start-up-Unternehmen an uns zu binden und zu fragen, ob sie sich am Projekt beteiligen können», sagt Bigler.

Unterstützung komme bereits heute von vielen Seiten: Der Verein stehe mit einigen Unternehmen in Kontakt. Der Schlieremer Stadtrat Andreas Kriesi habe ebenfalls Interesse gezeigt und wolle bei der Umsetzung des Projektes helfen. «Auch die Standortförderung der Stadt Schlieren unterstützt und vernetzt uns mit den richtigen Kontakten», sagt Bigler.

Laut ersten Berechnungen von Spezialisten koste die komplette Umsetzung des Projekts 100'000 Franken. «Wir werden darauf achten, dass sich der Betrag nicht erhöht und noch mehr Kosten entstehen. Wir möchten einen realistischen Vorschlag für das Bundesamt für Kultur bringen», sagt Bigler.

Sponsorensuche geht weiter

Das Ziel sei, dass der Verein das Projekt mit dem Förderbeitrag des BAK umsetzen könne. Jedoch verlasse man sich nicht nur auf dessen Unterstützung: «Wir suchen auch nach Sponsoren, damit wir eine allfällig fehlende Summe für die Umsetzung finden können.»

Würde für den Verein ein höherer Unterstützungsbeitrag ausfallen als für die Umsetzung nötig, wolle man diesen für das Wachstum des Projekts einsetzen. «Das Ziel ist es schon, das Projekt zu erweitern. Es soll nicht stehen bleiben. Es könnten neue Epochen oder Jahre dazukommen», sagt Bigler.

Der Projektleiter des Museums blickt motiviert auf die nächste Phase. Er weiss, dass ein Kriterium für das Weiterkommen im Wettbewerb die Eigenständigkeit und Kreativität der Idee ist. «Wie schaffen wir es, junge Menschen für Kultur zu interessieren», sei für die Verantwortlichen dabei die Hauptfrage gewesen. Und die Kernaufgabe: «In unserem Projekt versuchen wir, Historisches spielerisch umzusetzen.»