Dietikon

Auf die Pilze fertig los: Weshalb die Sammler dieses Jahr mehr Geduld bei der Pilzkontrolle brauchen

Innenansicht: Die Kontrolleure begutachten die Pilze genau.

Innenansicht: Die Kontrolleure begutachten die Pilze genau.

Auf die Pilze fertig los: Die Sammelsaison hat wieder begonnen. Dieses Jahr ist bei den Dietiker Sammler Geduld gefragt – denn die Corona-Sicherheitsmassnahmen müssen eingehalten werden.

Die Pilzler sind wieder unterwegs:
Und so ist ab heute die Pilzkontrolle an der Bremgartnerstrasse 42 in Dietikon wieder mittwochs und sonntags geöffnet. Um die Distanzregel einzuhalten, darf jeweils nur ein Pilzler aufs Mal seine Pilze zur Kontrolle vorlegen. Die anderen müssen warten. «Am besten bringen die Pilzsammler dieses Jahr ein wenig mehr Zeit und eine Maske mit», sagt Andreas Preuss. Der diplomierte Pilzkontrolleur ist für die Kontrolle der Dietiker, Bergdietiker, Gerolds­wiler und Oetwiler Pilze zuständig.
Neu steht dieses Jahr Desinfektionsmittel auf dem Tisch. Zudem kleben Abstandsmarkierungen auf dem Boden, ansonsten verlaufe die Kontrolle wie bis anhin. «Es gibt Pilzarten, die müssen wir immer noch in die Hand nehmen und daran riechen», sagt Preuss. Anders könne man die giftigen nicht von den Speisepilzen unterscheiden. Er probiere jedoch, nach jeder Kontrolle die Hände zu waschen oder zu desinfizieren.

Pilze sollen sauber und vorsortiert vorbeigebracht werden

Letztes Jahr entdeckten die Kontrolleure rund 2 Kilogramm Giftpilze und 54 Kilogramm ungeniessbare oder verdorbene Pilze. Speisepilze wurden 183 Kilogramm gezählt. Um die Kontrolle zu vereinfachen, sei es wichtig, dass die Pilze sauber und vorsortiert vorbeigebracht werden. «Am besten bringen die Sammler die Pilze artgetrennt vorbei», sagt Preuss. Liegen alle Pilze übereinander, läuft der Besitzer Gefahr, dass sie alle wegen eines Giftpilzes weg­geworfen werden müssen. «Ich probiere, nur die ungeniessbaren Pilze zu konfiszieren, doch wenn sie in Stücke zerfallen und überall zwischen den Speisepilzen liegen, kann es sehr anstrengend werden», sagt Preuss.
Der häufigste Fehler sei immer noch, dass die Pilze falsch verpackt werden. «Plastiksäckli sind absolut ungeeignet, denn im Plastik bildet sich ein feuchtes Mikroklima. Das tut den Pilzen nicht gut», so Preuss. Die Pilze müssen in einem gut belüfteten Gefäss, wie zum Beispiel in einem Korb, liegen. Auch sei es wichtig, dass sie eher kühl gelagert werden. «Man kann es mit Fleisch vergleichen, das muss auch sorgfältig gelagert werden», so Preuss.

In den letzten Jahren kamen immer wieder Leute mit grossen Pilzladungen zur Kontrolle. «Manche leerten zehn Kilo Pilze auf den Tisch. Das ist eine eindrückliche Menge», sagt Preuss. Insbesondere angesichts der Tatsache, dass man im Kanton Zürich pro Tag und Person nur ein Kilogramm Pilz sammeln darf. In den ersten zehn Tagen des Monats dürfen zum Schutz des Waldes und der Waldtiere gar keine Pilze ­gesammelt werden. Doch Preuss spielt nicht Polizist. «In jedem Kanton sind die Regeln anders», sagt er. Nur schon deshalb wäre es schwer ­herauszufinden, ob jemand gehamstert hat.
Pilzler aus Schlieren, Oberengstringen, Unterengstringen und Weiningen können ihre Pilze mittwochs,
samstags und sonntags zur Kontrollstelle an der Freiestrasse 23 in ­Schlieren bringen. Die Kontrollstelle im Urdorfer Bachschulhaus ist für die Einwohner der Gemeinden Urdorf, Uitikon, ­Birmensdorf und Aesch jeweils am Montag, Mittwoch und Samstag ­geöffnet.

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