Saubere und nachhaltige Logistik innerhalb und zwischen den Städten fördern: Das ist das Ziel des Zürcher Start-ups Imagine Cargo. Ob Orangen, getrocknete Tomaten, Pasta oder Nüsse: Lebensmittel von kleinen Bio-Betrieben aus Sizilien werden von der Jungfirma direkt und nachhaltig bis an die Haustür geliefert. Für die biologisch und nachhaltig angebauten Lebensmittel aus Italien kooperieren sie seit zwei Jahren mit dem Zürcher Projekt Crowd Container.

Vor nun etwas mehr als einem Monat hat die Firma erstmals innerhalb der Stadt Zürich Lebensmittel per Lastenvelo ausgeliefert. Das Konzept ist simpel: Ist die Liefermenge ausreichend, um einen Container zu füllen, wird dieser nach Zürich transportiert. Der Nächste wird voraussichtlich im Februar ankommen, wie Ville Heimgartner, Geschäftsführer von Imagine Cargo, sagt. Für Lieferungen über die Zürcher Stadtgrenze hinaus setzt die Jungfirma neben den Lastenvelos auf den Zugtransport. So erreichen über Crowd Container bestellte Lebensmittel auch Kunden in St. Gallen und Bern. Partner hier ist neben dem SBB Personenverkehr auch SBB Cargo.

Zwischen Schiene und Velosattel

Weil eine durchgehende Zugverbindung zwischen Süditalien und der Schweiz fehlt, kam der erste Container mit dem Lastwagen in die Schweiz. Das Imagine-Cargo-Team arbeitet derzeit daran, den Containertransport von der Strasse auf die Schiene zu verlagern: «Weil es von der italienischen Insel bis in die Schweiz keine direkte Zugverbindung gibt, gestaltet sich dies noch relativ schwierig», sagt Heimgartner. Doch die Firma arbeite unter Hochdruck daran, die Zuglieferung bereits nächstes Jahr realisieren zu können. Gehört doch die Velo-Zug-Velo-Logistik zur Kernkompetenz des bereits vierjährigen Start-ups.

Dazu gehören auch Paketlieferungen ins Ausland – namentlich nach Berlin –, die von der Bestellung innerhalb der darauffolgenden 12 Stunden beim Kunden ankommen. Und zwar sauber und nachhaltig, wie Heimgartner betont. Auf der letzten Meile engagiert das Zürcher Unternehmen für die Auslieferungen jeweils Kurierfirmen. Wo diese mengenmässig an ihre Grenzen stossen oder die technische Ausstattung fehlt, setzt Imagine Cargo selber einen Fuss in die Pedale.

Stadtlogistik hat Potenzial

Neben der ökologischen Express-Lieferung über grosse Distanzen fokussiert das Unternehmen nun auf Städtelogistik. «Unser Ziel ist die Logistik für kleine bis grosse Firmen in der Stadt Zürich vollständig mit Cargo-Velos und Trikes zu etablieren», so Heimgartner. Einen ersten Schritt in diese Richtung machen die Jungunternehmer mit der Crowd-Container-Kooperation. Neben einer weiteren Kooperation mit dem Bachsermärt, für den Imagine Cargo Gemüse aus dem Zürcher Oberland vom Bahnhof Stadelhofen per Velo zu Restaurants und Kantinen fährt, etabliert sich die Firma auch in der Tageslieferung von Paketen zwischen Schweizer Städten.

Davon, dass in der elektronischen Mobilität die Logistik der Zukunft – besonders für Städte – liegt, sind nicht nur die Firmenbetreiber überzeugt. Die Jungfirma war jüngst mit der Stadt Zürich im Gespräch. Dies bestätigt Tiefbaudepartementsvorsteher Filippo Leutenegger (FDP): «Es hat ein Austausch stattgefunden, da wir an neuen Möglichkeiten im Gewerbeverkehr interessiert sind.» Jedoch gebe es noch kein konkretes Projekt. Im Rahmen von Stadtverkehr 2025 unterstütze die Stadt neue oder optimierte Lösungen für die effiziente, stadtverträglich Abwicklung des Gewerbe- und Güterverkehrs sowie der Anlieferung. «Wir haben bei der Lancierung Carvelo2go unterstützt – etwas Ähnliches ist auch bei ImagineCargo denkbar», so Leutenegger.