Kunstturnen

Auf dem Weg zur Meisterschaft

Am Limmat-Cup kämpften die Kunstturnerinnen um gute Bewertungen. Jeweils in vier Disziplinen zeigten die Kunstturnerinnen, was sie können. Am Ende hallte Applaus durch die Turnhalle.

Die P1-Turnerinnen vom Kutu Weiningen sassen auf der Bank und schauten gebannt ihrer Kollegin Kirsten zu, die am Boden ihre Übung zeigte. Als die Musik verstummte und Kirsten in ihrer Schlussposition verharrte, hallte Applaus durch die Turnhalle Büel in Unterengstringen. Kirsten marschierte in Richtung Bank, lächelte und klatschte mit ihren Teamkolleginnen ab. Sie war sichtlich zufrieden mit ihrer Leistung.

Zufrieden war auch Emmi Schmid: «Die Mädchen haben das toll gemacht», sagte die Trainerin vom Kutu Weiningen über ihre Schützlinge aus der Kategorie P1, den zweitjüngsten, die am Limmat-Cup zugelassen sind.

In vier Disziplinen zeigten die Kunstturnerinnen jeweils ihr Können. Das waren neben dem Boden auch der Stufenbarren, der Schwebebalken und der Sprung. «Am Sprung waren sie nicht so gut», sagte Schmid. Trotzdem blieb der positive Eindruck. «Die Benotungen entsprechen meinen Erwartungen.»

Anspannung ist vorhanden

Dabei fehlte den Weiningerinnen ein kleiner Bonus, was die Bewertung anbelangt. Jeder Verein stellt im Normalfall nämlich Kampfrichterinnen. Doch vom Kutu Weiningen war niemand dabei. Die Kampfrichterin, die aufgeboten worden war, hatte ausgerechnet an jenem Samstag Geburtstag. Somit mussten die Weiningerinnen, die neben den Turnerinnen vom Kutu Urdorf als einzige Limmattalerinnen am Limmat-Cup gestartet waren, auf eine eigene Kampfrichterin verzichten.

Dass die Bewertung nicht immer unumstritten war, zeigte an diesem Samstagnachmittag unter anderem eine Diskussion zwischen einer Trainerin der Turnfabrik Frauenfeld und einer Kampfrichterin. Die Trainerin war mit der Benotung einer ihrer Schützlinge offensichtlich nicht einverstanden und machte ihrem Unmut Luft: «Das brauchst du mir nicht zu erklären, das weiss ich schon.»

Man spürte die Anspannung, die bei den Kunstturnriegen herrschte. Schliesslich ging es um viel, denn der Limmat-Cup zählt als Qualifikationswettkampf für die Schweizermeisterschaft. Deshalb war er schon seit Jahren jeweils kurz nach Beginn der Anmeldephase gleich wieder ausgebucht, und auch deshalb reisten die Riegen teilweise von weither nach Unterengstringen.

Nervosität ist für Ältere

Eine gewisse Nervosität zeigte sich auch bei den Protagonistinnen. Eine der jungen Kunstturnerinnen fiel wiederholt vom Schwebebalken und musste neu ansetzen. Eine andere konnte sich am Stufenbarren nicht halten, landete auf der Matte und musste auf die Hilfe ihres Trainers warten, der sie hochhob, damit sie ihre Übung fortsetzen konnte.
Und wie stand es mit der Nervosität bei den Weiningerinnen? Während der Übungen war davon nicht viel zu spüren. Und auch Schmid sagte, die Anspannung sei eher gering. «Beim P1 merkt man das noch nicht so, das ist dann eher im P3 der Fall», so Schmid. «Die Mädchen, die in dieser Kategorie turnen, wissen, dass sie ein happiges Programm erwartet, denn sie müssen sich mit Turnerinnen messen, die im Kader sind.» Und diese sind natürlich besser einzustufen.

Die jungen Kunstturnerinnen waren also entspannt. Und das wirkte sich auf die Resultate aus. Kirsten holte sich mit ihrem neunten Rang das beste Ergebnis der Weiningerinnen, und als Team konnte das Kutu Weiningen gar den sechsten Platz einheimsen. So positiv der Wettkampf für die P1-Turnerinnen aus Weiningen verlief, so positiv war auch das Fazit der Organisatoren des Limmat-Cups. «Alles ist reibungslos verlaufen», sagte Susan Egli vom Organisationskomitee. «Wir hatten keine Zwischenfälle.» Einzig das Wetter habe die Organisatoren dazu gezwungen, am Sonntag den Apéro, der normalerweise draussen stattfindet, nach drinnen zu verlegen. «Aber sonst gab es keine Probleme.» Und das Datum des nächsten Limmat-Cups steht auch schon fest: Es wird das Wochenende vom 4. und 5. April sein.

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