Bergdietikon
Auf dem Heitersberg wird nach Wind gesucht

Fünf Standorte für Windenergieanlagen kann sich der Kanton Aargau vorstellen. Eine davon liegt auf dem Heitersberg. Er will diese in den Richtplan aufnehmen. Bis Dezember läuft die öffentliche Vernehmlassung.

Dieter Minder
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Sehr erstaunt über den Vorschlag des Kantons ist der Gemeinderat Bellikon. 2007 wurde von der dortigen Ortsbürgergemeinde angeregt, die Möglichkeit einer Windenergieanlage auf dem Heitersberg zu prüfen.

«Vom Kanton antwortete man uns, dass eine solche Anlage nicht infrage komme, schon gar nicht im Wald», sagt Gemeindeammann Hans Peter Kurth. Doch jetzt liegt der vom Kanton vorgeschlagene Standort, entlang des Heitersberg-Kammes, ganz im Wald. Für den Gemeinderat ist auch nicht ersichtlich, weshalb es in Bellikon mehr Wind haben soll als in Remetschwil. «Bei uns wurden nie Messungen durchgeführt.»

Kein Traktandum in Bergdietikon

Noch kein Traktandum war der Standort Heitersberg für den Gemeinderat Bergdietikon. Die Gemeindegrenze zu Bellikon verläuft entlang der Krete. «Bis zum 7. Dezember liegt die Ergänzung des Richtplanes bei uns auf», sagt der Gemeindeschreiber. Die steile, zum Egelsee abfallende Flanke des Gebiets kommt als Baustelle eher nicht infrage.

«Ich bin nicht begeistert von Windenergieanlagen im Wald», sagt Revierförster Peter Muntwyler. Das von ihm geleitete Forstrevier Heitersberg umfasst die Waldgebiete in Bellikon, Killwangen, Oberrohrdorf-Staretschwil, Remetschwil und Spreitenbach.

Sollte sich ein Platz im Wald als einzig richtiger Standort erweisen, könnte er sich allenfalls damit anfreunden, aber: «Man müsste genau wissen, zu welchen Einschränkungen es für den Wald kommt.» Er denkt dabei nicht nur an die Zufahrt und die Baustelle, sondern auch um die Auswirkungen auf die umliegenden Bäume.

Einen weiteren Konflikt sieht er bezüglich der Biodiversität. «Mit Altholzinseln und Greifvogelprojekten fördern wir diese nach Kräften, was passiert, wenn im Wald ein Windrad steht?»

«Für uns unverständlich»

Nicht dabei ist der bestens abgeklärte Standort oberhalb von Remetschwil. «Für uns ist das unverständlich», sagt Theresia Meier. Sie und ihre Mitinitianten für das dortige Projekt sind enttäuscht: «Immer hat uns der Kanton auf den rechtlichen Weg, mit einer Umzonung verwiesen.»

Doch nun soll ausgerechnet ihr Standort von der weiteren Planung ausgeschlossen sein. «Dabei haben wir die detailliertesten Messungen und Untersuchungen durchgeführt und den Nachweis von genügend Wind erbracht.» Für Meier beweist dies, dass der Energiekanton Aargau eine Chance vergibt. «Wir verlangen mindestens 5 Meter Wind pro Sekunde (5m/s) auf 50 Meter über Boden», sagt Jörg Hartmann, Stellvertretender Leiter der kantonalen Abteilung für Raumplanung.

Der Standort Remetschwil erfülle diese Forderung nicht ganz. «Das Windpotenzial war der einzige Grund für die Reduktion des Perimeters», sagt Hartmann. Aus demselben Grund seien auch die anderen Gebiete verkleinert worden.