Umwelt
Auch entlang der Limmat: Der Biber breitet sich im Kanton Zürich immer weiter aus

Dem Biber gefällt es im Kanton Zürich, er breitet sich immer weiter aus. Inzwischen leben knapp 400 dieser scheuen Nagetiere auf Kantonsgebiet. Der Biberbestand nahm in den letzten drei Jahren um fast 30 Prozent zu. Erstmals wurde auch ein Tier auf dem Gebiet der Stadt Zürich nachgewiesen.

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Biber Limmat
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Eine Dietikerin hat den Biber im April 2016 vor die Linse gekriegt.
Diese Nagespuren des Bibers sind etwas älter als eine Woche.
Auch diesen Baum hat der Biber in Unterengstringen abgenagt.
...und auch diesen.
Der Limmattaler Schwan muss sich damit abfinden, dass in seinem Revier jetzt auch ein Biber haust.

Biber Limmat

AZ

Insbesondere im nördlichen Kantonsteil besiedelten in den letzten Jahren sowohl Einzeltiere als auch ganze Biberfamilien laufend neue Gewässerabschnitte. Das Potenzial für neue Reviere scheint dort aber allmählich erschöpft, wie die Zürcher Baudirektion in einer Mitteilung vom Dienstag schreibt.

Doch im Süden des Kantons dürfte sich der einst ausgestorbene Nager in den nächsten Jahren weiter ausbreiten, wie das neuste Biber-Monitoring der Baudirektion zeigt. Alle drei Jahre lässt die Fischerei- und Jagdverwaltung des Kantons Zürich erheben, wo und in welcher Zahl sich Biber im Kanton angesiedelt haben.

Während im Norden des Kantons die Anzahl Reviere stabil blieb, nahm sie im Süden zu. Mit rund 400 beobachteten Tieren stieg der Biber-Bestand in den letzten drei Jahren um 29 Prozent, die Zahl der Reviere kletterte um 22 Prozent auf etwa 100.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Matthias Scharrer.

Mehr Familienreviere

Damit hat die Population stärker zugenommen als in der Vorperiode, die Zunahme der Reviere hat sich gegenüber der letzten Erhebung aber verlangsamt, wie die Baudirektion schreibt. Die zahlreichen freiwilligen Helferinnen und Helfer beobachteten dabei deutlich mehr neue Familienreviere als Einzel- beziehungsweise Paar-Reviere.

Biberreviere im Kanton Zürich

Biberreviere im Kanton Zürich

zvg

Neue Reviere entstanden etwa im Einzugsgebiet der Glatt sowie entlang der Reuss, der Limmat und der Töss. Ganz neu besiedelt wurde die Kempt, die Töss oberhalb von Winterthur sowie der Bolsternbach bei Kollbrunn. Zudem konnte erstmals auf dem Gebiet der Stadt Zürich einer der scheuen Nager nachgewiesen werden.

Limmat- und Glattal

Biber sind in der Agglo auf dem Vormarsch

Die Biberbestände sind im Kanton Zürich stark angestiegen: Waren es bei der ersten Erhebung im Jahr 2008 noch 154 Tiere, so sind zuletzt 394 Biber gezählt worden. Dies geht aus dem gestern präsentierten Bibermonitoring Kanton Zürich 2016/17 hervor. Gegenüber dem Monitoring von 2014 wuchs die Population um 88 Tiere. Lange Zeit waren die Biber ausgestorben. Ihre Wiederansiedlung ab den 1970er-Jahren gelang zunächst in der nördlichen Kantonshälfte. In den letzten drei Jahren drangen die Nager vermehrt nach Süden in die Agglomeration und bis zur Stadtgrenze von Zürich vor. Auffällig oft siedelten sie sich an der Glatt an, je drei neue Reviere wurden an der Limmat und an der Reuss besetzt. Nachdem die Limmat-Biberreviere im Winter 2016/17 noch als Einzel- und Paarreviere eingestuft worden waren, gab es dort im Frühjahr 2017 den ersten Nachwuchs. «Eine Besiedlung der Seitengewässer der Limmat durch den Biber, an Reppisch, Sihl und im Zürichseebecken, dürfte in den nächsten Jahren beginnen», schreibt die kantonale Fischerei- und Jagdverwaltung in ihrem Bericht zum Bibermonitoring. Bauliche Barrieren würden den Biber-Vormarsch allerdings noch verzögern. (mts)