Auch wenn der Regen zwischenzeitlich schwächer wurde, fielen trotzdem immer wieder neue Tropfen vom Himmel. So hielten sich die Pfützen auf den sieben Spielfeldern des Tennisclubs Weihermatt äusserst hartnäckig. Es werde abgewartet, teilte der Hauptschiedsrichter den Spielerinnen des TC Weihermatt und ihren Gegnerinnen vom Grasshopper Club Zürich mit.

Die beiden Damenteams bestritten gestern in Urdorf ihr letztes Gruppenspiel der Interclub-Saison in der Nationalliga A. Die Anspielzeit war ursprünglich auf 12 Uhr angesetzt, wurde von den Unparteiischen aber zuerst auf 13 Uhr und dann sogar auf 14 Uhr nach hinten verschoben. Als Ausweichmöglichkeit standen dem TC Weihermatt zwar auch Tennisplätze im Vitis-Sportcenter in Schlieren zur Verfügung. Doch sie würden alles daransetzen, die Partie auf der heimischen Anlage durchführen zu können, sagte Renato Bellotti, Trainer des Interclub-Damenteams vom TC Weihermatt. «Die Halle wirkt sehr steril und da die Zuschauer durch eine Glasscheibe von den Spielerinnen getrennt sind, kommt fast keine Stimmung auf.»

Mindestens ein Punkt war das Ziel

Als sich gerade eine weitere Verschiebung der Anspielzeit anbahnte, hörte der Regen auf, die Sonne zeigte sich. Während die Spielerinnen sich auf den weniger durchnässten Nebenplätzen einspielten, schnappten sich viele Helfer Schwämme und befreiten die zwei Hauptplätze von den Pfützen. Kurz vor drei Uhr begann dann das Duell gegen die Grasshoppers mit den Einzeln von Jenny Dürst und Fiona Ganz. Trainer Bellotti konnte gestern sogar auf zwei der drei Ausländerinnen verzichten, namentlich Anastasia Zarycka und Julia Grabher. Denn Urdorf hatte sich mit zwei Siegen aus drei Spielen bereits vor dem Ende der Gruppenphase für den Final am 10. und 11. August qualifiziert. Dennoch war es das Ziel, mindestens einen Punkt gegen GC zu holen und mit den Siegen von Dürst und Lena Rüffer in den Einzeln hat das auch geklappt. «Somit schliessen wir die Gruppenphase auf dem dritten Platz ab und haben uns eine optimale Ausgangslage fürs Finale geschaffen.»

Eine starke Reaktion auf die Startniederlage

Dass sie sich vor ihrem letzten Gruppenspiel in einer so komfortablen Situation befänden, konnte sich Bellotti vor der ersten Saison in der höchsten Liga nicht vorstellen. «Doch zeigten die Spielerinnen, gerade nach der etwas unglücklichen Startniederlage gegen Chiasso, mit dem deutlichen 6:0 gegen Sursee eine starke Reaktion.» Mit dem darauffolgenden und etwas überraschenden Sieg gegen Nyon habe die Mannschaft ihre starke Form bestätigt. Ein Grund für diesen Erfolg sieht Bellotti im erstarkten Teamgeist. «Dazu trägt sicherlich bei, dass die Spielerinnen während der Saison gemeinsam in der Wohnung von Jenny Dürsts Eltern wohnen.» Die intensive Zeit geht für den TC Weihermatt bereits am Tag nach dem Spiel gegen GC weiter. «Bis zu den Finalspielen am Wochenende werden wir weiter trainieren.» Denn auch wenn die Urdorfer am Finaltag nicht zu den Favoriten zählen, wollen sie ihre erste NLA-Saison mit einem positiven Ergebnis beenden.

Gestern stand es um 20 Uhr nach vier Einzeln 2:2. Die Doppelspiele wurden nicht angetreten. So endete das Duell gegen GC mit zwei Walkovern (in anderen Sportarten als Forfaits bekannt) mit 3:3 unentschieden.