Birmensdorf
Armeeangehörige aus dem Bezirk Dietikon gaben gestern ihr Material ab

Im Bezirk Dietikon ist der Tag der Entlassung aus dem Militärdienst gekommen. Die Tenueverstösse der Soldaten bleiben an diesem Tag ungeahndet und bei der Materialrückgabe gleicht einer hektischen Schlacht.

Pablo Rohner
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Dieser ehemalige Wehrmann würdigt die Armee mit einem Pullover
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Armeeangehörige geben ihren Ausgänger ab
Der Wollpullover hat sicher manche Nacht auf Übung erträglicher gemacht
Armeeangehörige aus dem Bezirk Dietikon gaben gestern ihr Material ab
Ein Soldat bei der Rückgabe von Armeekleidung
Gehörschütze, sogenannte Pamirs, stapeln sich auf einem Pallet
Blick auf die Kaserne Reppischtal in Birmensdorf
Helme und Grundtrageeinheiten 90 stapeln sich in Holzpalleten
Pierluigi Chiodini, Gemeindeschreiber von Oetwil an der Limmat, erinnert sich heute noch gerne an seine Kompanieabende
WK-Soldaten nehmen das Material der entlassenen Wehrmänner entgegen
Auch die Taschen der Grundtrageinheit 90 haben ausgedient
Ein WK-Soldat nimmt einem ehemaligen Armeeangehörigen das Material ab

Dieser ehemalige Wehrmann würdigt die Armee mit einem Pullover

Pablo Rohner

Einige Wehrmänner haben viel von ihrem ehemaligen Glanz eingebüsst, als sie am Bahnhof Birmensdorf in die Truppentransporter zur Kaserne Reppischtal einsteigen. Die Krawatte baumelt verdreht am Hals, das Hemd ist zerknittert, Jackett und Hose ausgebeult. Vom Rand des Béret bröckelt das Kunstleder, der Helm wird in einer Migros-Tasche mitgeführt. Einer liess das Tenue im Sack und kam in Trainerhosen und «Army»-Kapuzenpulli.

Lockere Materialrückgabe

Am Tag der Entlassung aus dem Militärdienst bleiben solche Tenueverstösse ungeahndet. Es scheint, als würde eine gewisse Narrenfreiheit die abtretenden Soldaten an ihrem letzten Tag schützen. Dienstgrade, vor denen Rekruten zu Salzsäulen erstarren würden, plaudern locker mit den Armeeangehörigen, auch wenn sie weisse Schuhe zum Ausgänger kombinieren.

Bei der Materialrückgabe geht es nur wenig hektischer zu und her. In Etappen geben die 390 Männer und eine Frau zuerst ihr Sturmgewehr, dann Kleidung und sonstige Ausrüstungsgegenstände ab. Die umrahmten Palette füllen sich mit Gamellen, Gehörschützen und Helmen. Wer Verwendung für persönliche Gegenstände hat, darf sie auch behalten. Viele aber leeren ihre Taschen komplett und werfen zuletzt auch diese in die Holzboxen.

Am Apéro der Ehrengäste unterhalten sich Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinden der Wehrmänner über ihre Zeit in der Armee. Pierluigi Chiodini, Gemeindeschreiber von Oetwil erinnert sich gerne an die Kompanieabende zurück. Der Urdorfer Gemeindepräsident Andreas Herren sagt: «Als Spitalsoldat und Operationsgehilfe habe ich vom Militär fürs Privatleben profitiert». Yannick Zeier, Leiter der Einwohnerkontrolle Oberengstringen freut sich auf die Entlassung, sagt aber auch: «Ich treffe an den Wiederholungskursen Freunde, die ich sonst nie sehe.»

Um 12 Uhr heisst es dann für die Soldaten, die höheren und normalen Unteroffiziere aus dem Bezirk Dietikon zum letzten Mal «Achtung!». Und kurz danach «Abtreten!». Zunächst zum Lunch, dann nach Hause.