Das Filmpodium Zürich widmet sich dieser Tage dem arabischen Filmschaffen. An der ersten Ausführung des International Arabic Film Festival Zürich werden 28 Filme aus einem guten Dutzend Ländern gezeigt, die die gesellschaftlichen und politischen Umbrüche in der arabischen Welt mit einem intimen Blick auf individuelle Schicksale beleuchten.

Eine jordanische Polizistin, die gegen traditionelle Rollenbilder kämpft, traumatisierte Waisenkinder im Irak, junge Fabrikarbeiterinnen in Marokko, ein desillusionierter Taxifahrer aus Amman, eine junge Ägypterin, die sich gegen sexuelle Belästigung wehrt – sie sind die Protagonisten der Werke, die am Festival gezeigt werden. Erzählt werden Geschichten aus dem Alltag der Figuren, die Filmsprache ist unaufgeregt, ruhig.

Corinne Siegrist-Oboussier, Co-Leiterin des Filmpodiums, war es bei der Auswahl der Filme besonders wichtig, solche Alltagsbilder ins Zentrum zu rücken. «Wir wollen Gegenbilder zeigen zu den Tagesschaubildern, die um die Welt gingen», sagt sie. Diese seien zwar spektakulärer anzuschauen, über das Leben der Menschen erfahre man dadurch aber wenig.

Mit Bildern Klischees bekämpfen

Das erklärte Ziel des Festivals ist es, den interkulturellen Dialog zu fördern und einen Einblick in die Vielfalt der arabischen Welt zu gewähren. «Viele Leute denken beim Begriff «arabisch» reflexartig an Extremismus, Terrorismus und religiösen Fanatismus», sagt Aida Schläpfer Al Hassani, die ursprünglich aus dem Irak stammende Präsidentin des Vereins International Arabic Film Festival Zürich (IAFFZ).

Das Festival solle helfen, solche Stereotypen zu beseitigen, um ein differenzierteres Bild der arabischen Kulturen zuzulassen.

Wie das funktionieren soll, erklärt Siegrist-Oboussier: «Es entsteht ein engerer Bezug zu fremden Kulturen, wenn man individuelle Schicksale auf der Leinwand miterlebt», sagt sie.

Das visuelle Medium eigne sich gut, Berührungsängste abzubauen: «Das kann auch ganz banal sein: In einem Film erfahre ich zum Beispiel, wie ein Laden in Ägypten oder ein offizielles Amt im Libanon aussieht», sagt sie. Es seien auch solch simple Alltagsbeobachtungen, die dazu führen können, dass gängige Klischees verworfen werden.

Für Siegrist-Oboussier war zudem wichtig, dass die Filme ohne viel Hintergrundwissen für alle verständlich sind. Bei der Auswahl hätten sie bewusst auf universelle Themen gesetzt, die Zuschauer rund um den Globus nachvollziehen können. Themen wie Gewalt im Alltag, sexuelle Belästigung, die Einsamkeit von Waisenkindern oder die Ohnmacht gegenüber staatlicher Repression.

Prolog zum Arabischen Frühling

Der Zeitpunkt für ein arabisches Filmfestival scheint ideal. Spätestens seit den Anfängen der Umwälzungen im arabischen Raum im Frühling 2011 hat sich das Interesse an den arabischen Kulturen verstärkt.

Dennoch ging es den Organisatorinnen nicht darum, eine Filmreihe über den Arabischen Frühling zusammenzustellen. «Vielmehr illustrieren die Filme die Hintergründe für das gesellschaftliche Aufbegehren», so Schläpfer Al Hassani. Obwohl die ausgewählten Filme mehrheitlich vor 2011 produziert wurden, lesen sich die darin dargestellten gesellschaftlichen Konflikte denn auch wie ein Prolog zu den Ereignissen des vergangenen Frühlings.

Das Festival, das bereits am Freitag eröffnet wurde und noch bis Sonntag läuft, sei bis jetzt ein voller Erfolg gewesen, so Schläpfer Al Hassani. «Es ist schön zu sehen, wie viel Interesse vorhanden ist», sagt sie. Sie habe vom Publikum und den geladenen Regisseuren nur positive Rückmeldungen erhalten, der Kinosaal sei bei jeder Vorstellung gut gefüllt gewesen. Das Arabic Film Festival Zürich soll nun alle zwei Jahre durchgeführt werden.

678 Film

678 Film

Trailer Wilaya Subt ING

Wilaya Subt ING

trailer - the last friday مهرجان القاهرة السينمائي الدولي

The last friday مهرجان القاهرة السينمائي الدولي

SUR LA PLANCHE de Leïla Kilani - Trailer (2011)

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IN MY MOTHER'S ARMS OFFICIAL HD TRAILER

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Weitere Informationen und Programm auf www.iaffz.com