Aesch
An dieser Feier erklärte Wilhelm Tell, wie der 1. August zum Feuer kam

In Aesch wurde das Keltenfest mit dem Nationalfeiertag kombiniert. Herausgekommen ist eine außergewöhnliche Feier, bei der kein Geringerer als der Nationalheld Wilhelm Tell erklärte, warum am 1. August Feuer angezündet werden.

Janine Gloor
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Ein Rückblick in die keltische Vergangenheit: 1. August in Aesch
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Während der Rede machten Alphörner und Treicheln eine Pause.
Alain Hubler entlockt dem Kuhhorn jahrtausendealte Töne.
Den Aeschern lauschten gespannt den unkonventionellen Rednern vor der Waldhütte.
Alain Hubler (Mitte) und Ralf Brunner von der Keltischen Tafelrunde in ihrem Lager.
In der Waldhütte warteten schon die Lampions für den Umzug.

Ein Rückblick in die keltische Vergangenheit: 1. August in Aesch

Janine Gloor

Wenn es Wilhelm Tell tatsächlich gegeben hat, hätte er sicher ausgesehen wie Redner Alain Hubler an der 1. Augustfeier in Aesch. Lange Haare, eine Weste aus Bärenfell und ein Kuhhorn in der Hand.

Das Keltenfest bei der Waldhütte wurde wegen des 1. August um einen Tag verlängert und die Rede thematisch angepasst. Alain Hubler, Veranstalter des mittelalterlichen Anlasses, hatte das Kuhhorn nicht nur zur Schau dabei. Zu Beginn seiner Rede lenkte er die Aufmerksamkeit auf sich, in dem er mehrmals laut trötete.
In seiner Rede führte Hubler die Aescher tausende Jahre in die Vergangenheit zurück. «Weiss jemand, wieso wir am 1. August ein Feuer anzünden?», frage er die Gemeinde. Die Aescher begannen zaghaft zu flüstern, doch niemand hob die Hand.

Von Lugnasad zu August

«Der Name Aesch kommt in der Schweiz oft vor. Ein Aeschplatz ist ein uralter Feuerplatz», erklärte er. Feuer hätten schon zu Urzeiten eine wichtige Bedeutung gehabt. «Bis ins Mittelalter waren an Abwehrpositionen Feuer vorbereitet. Drang der Feind ein, wurden die Feuer entzündet, damit die anderen sie sehen konnten.»

Der 1. August war ein keltischer Feiertag mit dem Namen Lugnasad, an dem alle Feuer angezündet worden seien. Am Feuer habe man sich beraten, später getanzt und gefeiert. Den Römern habe dieser Brauch nicht so gefallen. Der keltische Name verschwand, der Monat wurde nach einem Kaiser benannt.

Doch die Feuer brennen am 1. August immer noch. «Wir stammen von einer uralten Kultur ab, auf die wir stolz sein können», schloss Hubler ab und stellte sich neben die Alphornbläser, um nochmals in sein Horn zu blasen.