Innovation

An dieser Bar bedient ein Roboter – und er könnte schon bald seine eigene Bar bekommen

Mixen kann der Roboter nicht, aber er verschüttet nichts.

Mixen kann der Roboter nicht, aber er verschüttet nichts.

Am heute in Zürich beginnenden Street Food Festival steht der erste Bar-Roboter der Schweiz hinter dem Tresen. Bewährt er sich, bekommt er nächstes Jahr seine eigene Bar.

Natürlich kommt die Maschine nicht an das Können und die Eleganz eines Barkeepers heran. Aufwendige Drinks mit Schirmchen kann man bei ihm nicht bestellen. Selbst den Gin Tonic muss man sich selber mixen. Aber immerhin begrüsst der Roboter den Gast und holt mit seinem mehrgelenkigen Arm zielgenau das Tonic-Fläschchen aus dem Kühlschrank. Vom Gin, den er aus einer Wandflasche ins Glas füllt, verschüttet er keinen Tropfen.

Der laut den Veranstaltern erste Bar-Roboter der Schweiz tritt ab heute auf der Stadionbrache Hardturm in Zürich seinen Dienst an. Während des Street Food Festivals steht er hinter dem Tresen einer Bar, die vom Verein Übermorn betrieben wird.

Vereinspräsident und Roboterentwickler Dominik Keusch unterstützt ihn dabei. Die 500 Stunden, die der 31-Jährige in das Projekt und die Programmierung investiert hat, reichten nicht, um der Maschine auch den Umgang mit Geld beizubringen.

Ängste abbauen

Der Hauptzweck besteht ohnehin darin, von den Festivalbesuchern zu erfahren, was sie generell von Robotern halten. Würden Sie einem Roboter Ihr Geheimnis verraten? So lautet eine Frage, von der sich der Verein interessante Antworten verspricht. Oder: Macht Ihnen die Begegnung mit einem Roboter im öffentlichen Raum Angst?

Mit der Aktion will der Verein eine breite Öffentlichkeit mit neuen Technologien konfrontieren und zu kritischen Diskussionen anregen. «Was wir nicht kennen, macht uns oft Angst», sagt Keusch. «Und gegen Dinge, vor denen wir Angst haben, gehen wir oft überstürzt vor.»

Ambitioniertes Ziel

Den bestellten Drink erhält nur, wer bezahlt und die jeweilige Tagesfrage beantwortet hat. Die Auswertung wird auf der Instagram-Seite des fünfköpfigen, im April gegründeten Vereins publiziert. Dort kann man zudem jeden Abend erfahren, wer den täglichen Trinkgeld-Wettkampf gewonnen hat: der Roboter oder sein menschlicher Gehilfe? Wie das Geld in den beiden Kässeli investiert wird, hängt auch von den Vorschlägen der Follower ab.

Die fünf Wochen am Street Food Festival auf der Stadionbrache sollen nur ein erster Schritt zum nächsten grossen Ziel des Vereins sein: Im kommenden Jahr will er in Zürich eine ausschliesslich von Robotern betriebene Bar eröffnen.

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