Dietikon

Americo de Carvalho hat den «coolsten» Job im Limmattal

Draussen zeigt das Thermometer 30 Grad an, drinnen herrschen an Americo de Carvalhos Arbeitsplatz teilweise nur 4 Grad. Seit 27 Jahren ist er im Kühlhaus der Firma Füglister AG in Dietikon tätig und war trotz kalter Temperaturen nie krank.

Die Luft ist kalt und trocken, Früchte werden von einem Förderband in verschiedene Kisten sortiert und ein Geruch nach Äpfeln liegt in der Luft. Obwohl draussen eine Hitze von über 30 Grad herrscht, tragen die Leute Pullover und lange Hosen. Americo de Carvalho läuft in einer warmen Fleecejacke herum. Er hat wohl den «coolsten» Job im ganzen Limmattal. Er arbeitet als Abpackchef bei der Firma Füglister in Dietikon und sorgt dafür, dass die Früchte richtig abgepackt werden.

Äpfel im Dornröschenschlaf

Die Firma Füglister AG beliefert seit 1976 Migros- und Coop-Filialen mit frischen Früchten. Äpfel, Birnen, Aprikosen und anderes Obst werden aus der ganzen Schweiz nach Dietikon angeliefert und dort im Kühlhaus abgepackt. «Aprikosen und Zwetschgen kommen an einem Tag nach Dietikon und verlassen unsere Firma spätestens am nächsten Tag wieder. Äpfel und Birnen werden innert einer Woche abgefertigt», erklärt Betriebsleiter Markus Vogel. Es gebe jedoch gewisse Apfelsorten, die bis zu einem Jahr in ihren Kühlräumen gelagert würden. «Durch den Entzug von Sauerstoff werden die Äpfel in eine Art Tiefschlaf versetzt», sagt Vogel. Durch diesen Dornröschenschlaf sind sie sehr lange haltbar. So können dem Konsumenten auch neben der Saison frische Äpfel angeboten werden.

Sieben Grad Kerntemperatur

In den Lagerhallen sind die Äpfel bei 4 Grad Celsius bis unter die Decke gestapelt. Americo de Carvalho macht die Kälte nichts aus. Er arbeitet seit 27 Jahren bei der Füglister AG. Die winterlichen Temperaturen scheinen dem 51- Jährigen gut zu tun denn er sieht jünger aus. «Die Kälte hält mich frisch», sagt er und schmunzelt. Glücklicherweise ist es nicht überall so kalt wie in der Lagerhalle. In der Auslieferungshalle beträgt die Temperatur 12 Grad, in der Abfertigungshalle sogar angenehme 21 Grad. «Wenn es draussen heiss, ist so wie heute, machen einem die tiefen Temperaturen weniger aus», sagt de Carvalho und prüft die Temperatur eines Apfels, der gerade aus der Lagerhalle kommt: 3,7 Grad. «Das ist gut», sagt er. Bis der Apfel gewaschen und abgepackt sei, habe er die ideale Kerntemperatur von sieben Grad erreicht, so de Carvalho.

Obwohl der Abpackchef tagtäglich mit Früchten zu tun hat, sind sie ihm noch nicht verleidet. Er sagt: «Ich habe zu Hause einen grossen Garten, mit Äpfeln- und Birnbäumen.»

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