Filmfestival
Amateurfilmer zeigten am Filmfestival in Uitikon ihr Können

Am Regionalen Filmfestival Uitikon prämierten Jury und Publikum die Beiträge «Der Geist des Islam» und «Lockruf vom Ende der Welt». Am Schluss waren sich Juroren und Publikum einig, dass Letzterer den Publikumspreis und den Preis als bester Film verdient.

Franziska Schädel
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Regionales Filmfestival Uitikon
6 Bilder
Die Medaillen für die Gewinner liegen bereit
Filme gucken macht durstig
Die Jury bewertet die gezeigten Beiträge
Filmrolle und Projektor haben ausgedient
Der Goldmedaillengewinner Der Geist des Islam

Regionales Filmfestival Uitikon

Franziska Schädel

Verwackelte, rauschende Filme von Kindergeburtstagen und Familienausflügen, das war gestern. Heute sind die Film- und Videoamateure hochprofessionell digital unterwegs und HD-Qualität hat auch hier längst Einzug gehalten. Am Wochenende bot sich am Filmfestival in Uitikon Gelegenheit, sich davon zu überzeugen. Organisiert wurde der Anlass vom Amateur-Film- und Videoclub Zürich und der Vereinigung Zürcher Film- und Videoamateure.

Impressionen aus fernen Ländern und dem eigenen Garten

Film um Film läuft über die Leinwand. Gezeigt werden Impressionen ferner Länder oder der Garten vor der Haustüre mit allem, was da kreucht und fleucht. Man erfährt etwas über das Leben der Schlupfwespe, lässt sich von einer Allgäuer Chefärztin ihre Falkenklinik in Abu Dhabi erklären und folgt dem «Lockruf vom Ende der Welt».

Auch an Animationsfilmen und hin und wieder einem Spielfilm versuchen sich die Hobbyfilmer. Spannung herrscht, bis klar ist, ob der Film vor den strengen Augen der Juroren Gnade gefunden hat und eine der begehrten Auszeichnungen erhalten wird.

Catherine Müller aus Uzwil ist eine dieser Juroren. Sie achtet nicht nur auf die technische Ausführung des Films, sondern auch auf die Musik, auf den Kommentar und natürlich auf den Inhalt. «Es ist wichtig, dass der Film rüberbringt, was der Autor sagen will», erklärt sie. Erst nehme man eine Wertung «nach dem Bauchgefühl» vor und mache sich Notizen. Dann bewerte man ein zweites Mal. Dass es noch immer mehrheitlich Männer sind, die Filme drehen, erstaunt Catherine Müller. «Das gute Auge, die Ideen – das können Männer wie Frauen haben», ist sie überzeugt.

Zwischen gestern und heute liegen Welten

Marco Stern, Co-Präsident des Organisationskomitees, hat die Filme im Voraus gesichtet und zusammengestellt. «Die Organisation eines solchen Anlasses ist eine enorme Herausforderung», berichtet er. Allein die Technik sei eine Sache für sich, bis der Ablauf stimme, die Lichtregie, der Ton. «Zwischen einem Super-8- Film und dem heutigen HD-Format liegen natürlich Welten», sagt er. Herkömmliche Filme, so Stern, könnten heute gar nicht mehr gezeigt werden. Da fehle schlicht die Ausrüstung dazu.

Für Catherine Müller und Marco Stern ist ein Film der klare Favorit: «Der Geist des Islam» von Bernhard Girsberger sei sensationell gemacht, schwärmt Catherine Müller. Dass der Autor nicht werte, sondern objektiv berichte und versuche, den Zuschauern diese Religion näherzubringen, das beeindrucke sie sehr, erklärt sie. Der Film erhält dann auch – zusammen mit dem «Lockruf vom Ende der Welt» (Willi Grau) – eine Goldmedaille und wird sich an der Schweizer Meisterschaft von Swiss Movie wohl mit den Besten des Landes messen dürfen

Und für einmal sind sich Juroren und Publikum einig: Auch die Zuschauer entscheiden sich für den «Lockruf vom Ende der Welt» und sprechen diesem Film den Publikumspreis zu.