Musik
Am JazzDietikon greift sogar der Gemeinderat spontan zum Instrument

Es gibt ihn wieder, den «JazzDietikon». Nach 15 Jahren Unterbruch erklingen im Stadtkeller wieder jazzige Klänge. Die Musiker bleiben dabei nicht alleine auf der Bühne: Zum Instrument griff auch ein Dorfpolitiker.

Senada Haralcic (text und foto)
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Alle Sitzplätze wurden schnell besetzt, einige Zuschauer verfolgten das Konzert im Stehen
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Bei der Jam-Session hatten (v.l.) Simon Wirsch und Gemeinderat Samuel Spahn ihren Platz in der neuen Band schnell gefunden.
Der zweite Teil bestand aus einer Jam-Session, wobei sich jeder spontan dazugesellen konnte.
Gallus Burkhard ist der Bassist im Quartett und spielte leidenschaftlich vor dem einheimischen Publikum
Philipp Rellstab begeisterte mit seinem Flügelhorn und nahm das Publikum mit auf eine Zeitreise in die besten Jazz-Jahre
René Gubelmann, Schlagzeuger und Kunstmaler aus Dietikon, liess sich vom Publikum zu einer Einlage überreden.
Eindrücke vom JazzDietikon

Alle Sitzplätze wurden schnell besetzt, einige Zuschauer verfolgten das Konzert im Stehen

Die Sitzplätze waren alle belegt, und auch der hintere Teil des Dietiker Stadtkellers war von stehenden Zuschauern besetzt. Alle warteten gespannt auf das einheimische Quartett. Wieder einmal lud das «JazzDietikon» zum gemütlichen Konzert mit anschliessender Jam-Session ein.

An begeisterten Jazz-Liebhabern fehlte es nicht, schliesslich warteten die Dietiker und Dietikerinnen rund 15 Jahre auf die Wiedergeburt dieser Veranstaltung. «Bei einem Bier hatten ich und Maya Herzig die Idee, Jazzabende wieder aufleben zu lassen», erzählte Organisatorin Irene Brioschi vor Konzertbeginn. Zuvor wurden die Zuschauer mit einem üppigen Apéro begrüsst, und nahmen bei Wein, Bier und Knabbereien ihre Plätze ein.

Improvisation ohne Fehler

Lange liess der erste Applaus nicht auf sich warten, denn es ging gleich mit dem Klassiker «Smile» von Charlie Chaplin los. Dabei tauschten die Musiker immer wieder Blicke untereinander aus, um den spontanen Einsatz nicht zu verpassen: «Das ist genau das, was ich an Jazz liebe, die Improvisation», erzählt Philipp Rellstab, der an diesem Abend Flügelhorn spielte, in einer kurzen Pause. «Mir sind kaum Fehler aufgefallen, obwohl wir nur zwei Mal geprobt hatten», sagte Rellstab, der sich zu den drei Dietikern in der vierköpfigen Formation zählt.

Neben dem 28-Jährigen spielte Gallus Burkhard leidenschaftlich seinen Bass, und Elisabeth Berner wechselte für das JazzDietikon von der Orgel zum Klavier, am Schlagzeug sass der Brüttener Toni Renold. Formiert hat sich das Quartett eher zufällig: «Irene Brioschi von der Kulturkommission kannte jeden von uns, und so schlossen wir uns zusammen», fügte Rellstab noch hinzu.

Musikalischer Gemeinderat

Dabei blieben die vier Musiker mit ihrem Talent nicht alleine: Nach dem Konzert folgte eine Jam-Session, wobei sich jeder heimliche und bekannte Musiker zum Quartett gesellen durfte.Zwei Musiker hatten sich der Jam-Session sofort angeschlossen: Simon Wirsch und Gemeinderat Samuel Spahn begeisterten das Publikum mit ihrer spontanen Einlage.

Schliesslich wurde René Gubelmann, bekannter Kunstmaler und Schlagzeuger aus Dietikon, im Publikum entdeckt und prompt auf die Bühne gerufen. Die intime Atmosphäre, der Stadtkeller und vor allem die Musik erinnerten an die Vergangenheit – von nun an wird das Publikum an jedem ersten Dienstag im Monat im Stadtkeller auf eine Zeitreise mitgenommen.