Dietikon
Am Begegnungsfest lernten Stadtbewohner Kulturen anderer Nationen kennen

Essen, Musik und Tänze. Die Bevölkerung von Dietikon feierte ein Fest der Kulturen. Auch in der dritten Ausgabe zog der Event viel Publikum an.

Anina Gepp
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Wer schön sein will, muss leiden
17 Bilder
Obwohl Tanzmusik spielt, will sich niemand so recht wagen, ebenfalls mitzumachen
Goldenes Kostüm und ganz viel Glitzer gibt es bei der Tanzgruppe aus Sri Lanka
Miwet aus Eritra bereitet aus frischen Bohnen Kaffee zu
Gemeinsam haben die türkischen Frauen in der Moschee in Dietikon für das Fest gebacken
Falsche Haarteile kann man sich ebenfalls einflechten lassen
Farturas ist ein portugiesisches Spritzgebäck aus Porto
Ein Sprachen- und Kulturenmix - in Dietikon treffen alle Nationen aufeinander und feiern zusammen
Die Portugiesische Tanzgruppe zeigt Tänze aus dem Norden des Landes
Begegnungsfest Dietikon
Die Portugiesen versprühen bei ihrem Auftritt gute Laune
Die Gäste geniessen das schöne Wetter am Begegnungsfest
Die Gäste haben es sich auf den Festbänken gemütlich gemacht
Der Kaffee wird in Eritrea gerne mit ganz viel Zucker getrunken
Am portugiesischen Stand gibt es auch ein Geschnetzeltes, das mit Wein und Bier gekocht wird
Auch indisches Essen kann gekostet werden
Am türkischen Stand sind die Süssigkeiten beliebt und schnell alle verkauft

Wer schön sein will, muss leiden

Anina Gepp

Es duftet süss nach Zimt und Zucker. Rosa Costa steht hinter dem Tresen ihres Standes und kommt mit Austeilen der portugiesischen Spezialität Fartura fast nicht nach. Das in Öl ausgebackene Spritzgebäck ist vor allem bei den jüngsten Besuchern des Begegnungsfests auf dem Dietiker Stadtplatz beliebt. «In meiner Heimat in Porto dürfen die Farturas an keinem Fest fehlen», sagt die Köchin voller stolz. Auch sie habe sie als Kind geliebt. Der Teig bestehe lediglich aus Mehl, Ei und Salz und werde frittiert. Costa ist mit ihrem Team extra aus Luzern nach Dietikon gereist. Der lange Weg habe sich gelohnt. Sie finde es schön, dass man durch das Begegnungsfest auf so engem Raum so viele neue Kulturen kennenlernen könne, so die Portugiesin.

Es ist bereits das dritte Mal, dass das Integrationsforum Dietikon das Fest am Samstagnachmittag organisierte. Ziel des Anlasses ist es jedes Jahr, dass sich die verschiedenen Bevölkerungsgruppen der Stadt begegnen.

Noch mehr Gezuckertes gibt es am türkischen Stand. Typisches Gebäck wie Baklava oder Börek wurde von den Dietikerinnen am Vortag gemeinsam in der Moschee gebacken. Die Hälfte der Süssigkeiten ist schon nach wenigen Stunden weg.

Selbst gerösteter Kaffee

Gäste mit grossem Hunger kommen hingegen am Stand der Eritreer auf ihre Kosten. Hier gibt es verschiedene Eintöpfe zu kosten. Hiwet zeigt den Besuchern zudem, wie in ihrer Heimat Kaffee gekocht wird. In einem kleinen Pfännchen röstet sie die hellen Bohnen an, die nach und nach dunkler werden. In kleinen Tassen serviert sie Interessierten eine Kostprobe. «Wie viele Zuckerwürfel wollen Sie denn drin haben?», fragt sie dabei und grinst. Sie selbst nehme schon drei Stück auf eine normale Tasse. Denn erst dann komme der Geschmack des Kaffees richtig zur Geltung.

Auffallend ist die volle Haarpracht der Eritreerin mit verschieden farbigen Strähnen und wilden Locken. Obwohl in ihrem Land tatsächlich alle volles Haar hätten, so verrät Hiwet, liessen sich die Frauen oft noch falsche Haarteile hineinflechten. Sie zeigt auf ihre Kollegin, die gerade einem Mädchen eine blonde Strähne einsetzt. Dieses verzieht zuerst aus Schmerzen das Gesicht, strahlt dann aber über beide Ohren, als sie das Ergebnis im Spiegel ansehen darf.

Neben kulinarischen Köstlichkeiten und Schönheitstipps aus anderen Nationen, fehlt es auch nicht an musikalischer Unterhaltung. Die Gruppe «Jeyavani Kugarajasarma» führt traditionelle Tänze aus Sri Lanka auf. Die Mädchen und Frauen haben sich dafür besondern herausgeputzt und tragen ein goldenes Glitzerkostüm sowie den dazu passenden Kopfschmuck, der beim Tanzen in der Sonne glitzert. Die Tanzgruppe «Rancho Folclórico do Centro Lusitano de Zurique» zeigt den Besuchern hingegen, wie in Norden von Portugal getanzt wird. Die Röcke der Trachten, die die Frauen tragen, fliegen dabei bei jeder Drehung mit. Die Besucher auf den Festbänken klatschen im Takt zur Musik mit. So richtig mittanzen will im Publikum dann aber doch niemand. «Das ist dann wohl die Schweizer Kultur, die trotz die vielen vertretenen Nationalitäten durchdrückt», sagt eine Besucherin zu ihrer Sitznachbarin und lacht.