Dass der in die Jahre gekommene Sandbühl-Bau ersetzt werden muss, steht ausser Frage. An seiner gestrigen Sitzung bestätigte das Parlament dies und sprach mit 30 zu einer Stimme einen Kredit in der Höhe von 570 000 Franken für die Durchführung eines Architekturwettbewerbs. Zuvor musste sich der Stadtrat jedoch Kritik anhören.


Am meisten Gegenwind gab es von Rolf Wegmüller (CVP). Dieser lancierte erst Mitte Jahr eine Motion, wonach ein geplanter Stadtsaal gemeinsam mit einem Ersatzbau des Alterszentrums im Zentrum realisiert werden sollte. Obwohl Wegmüller die Motion in der letzten Parlamentssitzung zurückzog, kämpfte er weiter.

«Der Stadtrat hat es verpasst, eine Gesamtschau zu erstellen. Zu viele Fragen bezüglich des Zentrums bleiben unbeantwortet», sagte er gestern. Wie wird der Stadtpark gestaltet? Zu welchen Kosten? Was geschieht mit dem Spielplatz? Mit diesen offenen Fragen begründete Wegmüller seinen Rückweisungsantrag, der vom Parlament jedoch mit 25 zu 6 Stimmen abgelehnt wurde.

Im Namen der Rechnungsprüfungskommission sprach sich Jolanda Lionello (SP) für den Kredit aus. «Beim Durchlesen der Vorlage wird klar, dass sich die Verantwortlichen der Stadt ernsthafte Gedanken zum Projekt gemacht haben.» Laut Thierry Spaniol (FDP) könne von einem Schnellschuss, wie es Weiersmüller nannte, keine Rede sein, da seit zehn Jahren am Projekt gearbeitet werde. Boris Steffen (SVP) lobte das vorliegende Betriebskonzept und drückte bereits jetzt grosses Interesse für das Finanzierungsmodell aus.

Die Stadt plant rund 60 Wohneinheiten, 30 Pflegezimmer, eine Cafeteria sowie eine öffentliche Erdgeschossnutzung. Als Standort wählte die Exekutive die Landparzelle an der Badenerstrasse neben dem Ortsmuseum und dem Familienzentrum.


Kritik am Investorenmodell
Warnend äusserte sich der Sprecher der SP-Grünen-Fraktion Robert Horber. So werde seine Fraktion sich gegen das vom Stadtrat ins Auge gefasste Investorenmodell, mit welchem der rund 41,6 Millionen Franken teure Bau gestemmt werden soll, wehren.

«Vermag es Schlieren nicht, den Bau selber zu finanzieren, so soll man darauf verzichten.» Finanzvorsteherin Manuela Stiefel (FDP) erwiderte, dass dies so einfach nicht sei. «Nur wenige können sich ihr Einfamilienhaus ganz ohne Fremdfinanzierung leisten.»