Das Arbeitsmaterial eines Philatelisten oder – einfacher ausgedrückt – eines Briefmarkensammlers ist bescheiden. Man benötigt eine Pinzette, eine Lupe und einen Zähnungsschlüssel. Eines ist jedoch sicher: Als staatliche Postwertzeichen gehören Briefmarken zu den beliebtesten Sammelgegenständen auf der Welt.

Im Zuge der Zeit hat die Leidenschaft, Briefmarken zu sammeln, jedoch stetig abgenommen. «Zwischen dem 20. und 50. Altersjahr findet man heute kaum mehr Sammler. Entweder sind es ganz junge oder dann eben ältere Menschen», bestätigt Peter Holthausen, Präsident des Philatelistenvereins Schlieren, am Rande der Briefmarkenbörse am vergangenen Wochenende.

Auch sind die Zeiten, wo man mit einer seltenen Briefmarke noch ordentlich Geld verdienen konnte, vorbei. Es sei denn, man ist stolzer Besitzer einer «Blauen Mauritius», von denen es weltweit noch drei bis fünf Exemplare geben soll.

Hierzulande gehört eine «Doppelgenf», die «Zürich4» oder «Zürich6» zu den grossen Sammlerschätzen. Der Glanz des legendären «Basler Dybli» ist mittlerweile auch etwas verblasst, auch wenn ein exzellentes Exemplar heute noch bis zu 50000 Franken einbringen kann. «Jede noch so kleine Beschädigung an einer Briefmarke ist allerdings stark wertvermindernd», warnt Holthausen vor zu viel Euphorie.

Heute richtet sich der grundsätzliche Wert einer Briefmarke nach zwei Kriterien, wie Präsident Holthausen erklärt: «Je tiefer die Auflage, je schöner und lesbarer der Stempel, desto höher ist der Wert. Ebenso entscheidend ist natürlich die Qualität».

Die Philatelie beschränkt sich nicht ausschliesslich auf das Markensammeln. Die Faszination ist auch das Wissen über die Wertmarken, die Stempel oder Fehldrucke, aber auch der geschichtliche Hintergrund.

Dazu gehören beispielsweise auch Zensurbriefe oder Überdrucke. «Früher wurde mit viel Hingabe gesammelt, das hat sich heute grundlegend geändert», sagt Hansruedi Vögeli. Der Zürcher sammelt seit 40 Jahren Briefmarken und ist oft an nationalen und internationalen Börsen anzutreffen. Tauschabende des Philatelistenvereins Schlieren: jeden letzten Mittwoch des Monats im Stürmeierhuus ab 20 Uhr.