Manchmal sind Gesten und Mienen aussagekräftiger als Worte. So wie bei den Urdorfer Eishockeyspielern am vergangenen Samstag während der Partie gegen Chiasso. Zwei Drittel waren gespielt, die Pause hatte gerade begonnen, und während sich die Gäste entschlossen auf den Weg in die Kabine machten, fuhren einige Urdorfer zaghaft in Richtung Bande, den Kopf gesenkt, den Blick starr aufs Eis gerichtet, die Mundwinkel nach unten verzogen.

0:5 lagen sie zu diesem Zeitpunkt zurück – 0:5 in der letzten und wohl wichtigsten Partie dieser Saison für die Urdorfer, denn mit einem Sieg hätten sich die «Stiere» den Verbleib in der 2. Liga gesichert. Doch bereits vor dem Schlussabschnitt hatten sich die Urdorfer diese Chance verspielt. Es war bis zu diesem Zeitpunkt ein schwacher Auftritt der «Stiere» gewesen, sie waren den Gästen in allen Belangen unterlegen gewesen.

Hinzu kam, dass sie viele Strafen kassierten. Am strengsten sanktioniert wurde das Vergehen von Stefan Diezi, der sich nach einer Provokation zu einem Kopfstoss hinreissen liess. Konsequenz: eine Matchstrafe für Diezi und fünf Minuten Unterzahl für die Urdorfer. «Diese fünf Minuten haben uns aus dem Rhythmus geworfen», sagte Urdorf-Trainer André Wismer. Zur teilweise gehässigen Gangart in der Partie sagte er: «Es stand halt auch viel auf dem Spiel, Chiasso kämpfte ja auch noch um einen Platz in der Liga.»

Gut begonnen

Dass sie am Ende immerhin noch zu zwei Treffern gekommen waren, war noch das Beste an diesem Abend für die Limmattaler. Allein: Es änderte nichts mehr an der Tatsache, dass sie abgestiegen waren. «Wir haben das erwartet», sagte Thomas Leimgruber, Präsident des EHC Urdorf. «Unser Kader war sehr schmal, und da war es schwierig, in dieser Liga mitzuhalten.»

Dabei hatten die Relegationsspiele für die «Stiere» mit dem 4:2-Sieg gegen Seewen gut begonnen. Auch bei der 4:5-Niederlage nach Penaltyschiessen gegen Lenzerheide-Valbella konnten sie immerhin noch einen Punkt holen. Doch dann verloren die Limmattaler zwei Spiele in Folge. Mit einem 6:1-Sieg gegen Lenzerheide-Valbella konnten sie nochmals den Kopf aus der Schlinge ziehen, die Entscheidung um Platz 2 und den Ligaerhalt war auf das letzte Spiel gegen Chiasso vertagt.

Verletzte Schlüsselspieler

Just in diesem alles entscheidenden Spiel wirkten die Urdorfer jedoch wie gelähmt, sie mussten sich vom Gegner phasenweise vorführen lassen. «Wir waren beim Sieg gegen Lenzerheide-Valbella viel besser gewesen als gegen Chiasso», sagte Wismer. «Wir haben den Ligaerhalt aber nicht in der Relegation vergeigt, sondern in der regulären Saison.» In dieser mussten die Urdorfer auf einige Schlüsselspieler verzichten, welche die ganze Saison über verletzt waren, so wie Adrian Wachter und Tobias Landis. «Wir konnten nie in Bestbesetzung antreten», sagte Wismer. Der Trainer, der beim EHC Urdorf auch Nachwuchschef ist, musste daher oft auf Novizen zurückgreifen. «Sie haben gut gespielt», sagte Wismer. «Aber man merkt es natürlich, wenn solche Spieler ausfallen.»

Ein weiterer Nachteil für die Urdorfer: Sie konnten nicht wie andere Teams auf Spieler aus einer höheren Liga zurückgreifen. «Die anderen Klubs konnten teilweise Spieler aus der ersten Mannschaft holen», sagte Wismer. «Aber bei uns spielte die erste Mannschaft eben in dieser Liga.»

Wie geht es in Urdorf jetzt weiter? Wismer glaubt, dass sich das Team verändern wird. «Da wir jetzt wieder in der 3. Liga sind, werden bestimmt mehr Junioren in die Mannschaft kommen», sagte der Urdorfer Trainer. Und die jetzigen Spieler? «Ein Teil von ihnen hat gesagt, sie würden gerne bleiben», so Wismer. «Mit den anderen werden noch Gespräche geführt.»