Urdorf
Abschluss der Narrenzeit: Das würdevolle Ende zweier Konfettis

Die letzte Stunde der Narrenzeit hat einmal mehr unter lautstarkem Wehklagen geschlagen. Dabei wurden zwei Konfettis bei einer feierlichen Zeremonie beigesetzt.

Cynthia Mira
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Konfettibegräbnis Urdorf
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 Der Abschied wiegt schwer.

Konfettibegräbnis Urdorf

Cynthia Mira

In Urdorf wurden am Samstag pünktlich um 11.11 Uhr beim Restaurant «Steinerhof» die letzten zwei Konfettis beigesetzt. Unter lautem Schluchzen nahmen die Fasnächtler und Fasnächtlerinnen Abschied von der diesjährigen Narrenzeit und kehrten somit endgültig zum Alltag zurück.

Nur sehr zögerlich kamen am Samstag gegen elf Uhr mittags die fasnächtlichen Gestalten aus der warmen Stube des Restaurants «Steinerhof»; allem Anschein nach, um das Unvermeidliche noch ein letztes Mal hinauszuzögern. Vielleicht war es aber auch schlicht die bittere Kälte, die den müden Knochen nach einer schlaflosen Nacht noch zusätzlich zugesetzt hatte. Nur elf Minuten später wurde lautstark geschluchzt und geweint, als der diesjährige Schirmherr Marcel Weber gemeinsam mit dem Zeremonienmeister Daniel Leutwiler den letzten beiden Konfettis die letzte Ehre erwiesen. Der kleine Leichenzug führte dabei mit einer Festbank auf den Schultern einmal um das Restaurant herum.

"Die Fasnacht ist mein Leben"

Die letzte Stunde des diesjährigen Narrentreibens hatte damit geschlagen und war ein Grund für den Schirmherrn, theatralisch die Schnapsflasche hervorzuholen: «Die Fasnacht war ja ursprünglich das Hobby meiner Frau», erzählte er und bedankte sich für das aussergewöhnlich schöne Jahr und die vielen neuen Bekanntschaften, die er in seiner Position gemacht habe.

Im kommenden Jahr sei es wieder ihr Hobby, konterte Sandra Weber, die, wie sie sagte, sich in diesem Jahr zurückgehalten habe, damit ihr Mann das Amt ausüben konnte: «Ich habe manchmal die Kinder gebracht, damit sie den Vater zumindest wieder einmal sehen», erzählte sie. Seit über 20 Jahren musiziert sie bei den Stiereschränzer Urdorf. Die Fasnacht habe ihr schon als Kind immer gefallen: «Die Fasnacht ist mein Leben und der Ort, wo ich meine Energie tanke.»

Abschreckende Kälte

Ähnlich klang die Begeisterung und der Fasnachtsrückblick bei Thomas Wiedmer: «Es war anstrengend, aber schön, und der Schirmherr hat die Urdorfer Fasnacht sehr gut und würdig vertreten», meinte er. Die gute Partystimmung und die tollen Verkleidungen seien ein absolutes Muss für jeden Bewohner in Urdorf, äusserten sich ebenfalls die beiden Malefizbach-Hexen Deborah und Alexandra. «Wir haben einen starken Zusammenhalt und es ist immer lustig, gemeinsam etwas zu unternehmen – in der ganzen Fasnachtszeit natürlich im Speziellen», sagte Deborah. Es sei aber schon sehr kalt, und normalerweise würden auch viel mehr Leute mit um das Restaurant herumlaufen und dem Begräbnis beiwohnen, ergänzte ihre Hexenfreundin.

Auch in diesem Jahr gab die Guggenmusik Stiereschränzer in kleinerer Besetzung ein abschliessendes Konzert. Nach den Fasnachtstönen setzte schliesslich die Schlagermusik wieder ein, und die Gespräche wurden weitergeführt. «Nun wird der Abschied und der Weg nach Hause sehr individuell gestaltet», sagte Daniel Leutwiler. Er selbst könne jetzt zumindest aufatmen und zurückblicken auf ein wiederum wunderbares und erfolgreiches Fasnachtsjahr.