Fussball
7500 Franken an Thalwil: Teurer Transfer für den FC Dietikon

Am letzten Tag der Transferperiode ist das unterschriebene Übertrittsformular in Bern: Raphael Meyer darf in der 1.-Liga-Rückrunde für Dietikon spielen. Kontrahent Thalwil kommt bei der Summe entgegen. Dafür mussten Anwälte eingeschaltet werden.

Raphael Biermayr
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Vorerst im Hintergrund: Raphael Meyer (Mitte) auf einer Aufnahme im Trainingslager der Dietiker.

Vorerst im Hintergrund: Raphael Meyer (Mitte) auf einer Aufnahme im Trainingslager der Dietiker.

zVg

Die Deadline rückte immer näher: Am 28. Februar schliesst sich das Transferfenster in der 1. Liga. Raphael Meyer wusste nicht, ob er in der Rückrunde Fussball spielen kann. In Thalwil wollte er nicht mehr, in Dietikon drohte ihm, nicht zu dürfen.

Die Seebuben, in der Meisterschaft ein Kontrahent der Limmattaler, hatten es satt, das Spieler aus laufenden Verträgen den Verein vorzeitig verlassen und machten wegen Vertragsbruchs eine fünfstellige Summe geltend, andernfalls wollten sie den Übertritt nicht unterschreiben.

Dietikons Sportchef Pietro Iellamo sprach vom ausdrücklichen Wunsch Meyers, nach Dietikon zu wechseln, was auch der «schlechten Stimmung» im Team der Thalwiler geschuldet sei.

Diese Äusserungen veranlassten den FCT-Präsidenten Roger Leutwyler zu einer Stellungnahme auf dem Portal regional-fussball.ch. Dort heisst es auf die Teamstimmung bezogen, dass Iellamos Behauptung «in Richtung Rufmord» gehe.

Darüber hinaus unterstellten die Thalwiler den Dietikern und namentlich Trainer Goran Ivelj, Spieler konkret angegangen zu sein und «alles Blaue vom Himmel» erzählt zu haben.

Anwälte eingeschaltet

Ein verzweifelter Versuch der Dietiker, den Schweizerischen Fussballverband einzuschalten, indem sie das Übertrittsformular ohne Unterschrift der Thalwiler eingesandt hatten, brachte erwartungsgemäss nichts. Schliesslich kümmerten sich Anwälte um die Angelegenheit.

Nach Angaben von Raphael Meyer haben sich die Parteien auf eine Summe von 7500 Franken geeinigt. Der Betrag werde zwischen dem Spieler (bzw. dem Vater des 21-jährigen Jurastudenten) und dem FCD geteilt.

Am Freitag, dem letzten Tag der Transferperiode also, war Meyer in Thalwil zugegen, als der dortige Sportchef Patrick Kamm das Übertrittsformular schliesslich unterschrieb. Meyer sei etwas enttäuscht, wie sich die Situation entwickelt hat, habe aber «keine schlechten Gefühle gegenüber Thalwil». Er sei einfach froh, dass die Sache bereinigt sei.

Wegen der Bearbeitungszeit von Übertritten dürfte Meyer erst im dritten Spiel des neuen Jahres gegen die Grasshoppers zum Einsatz kommen.