Geroldswil
50 Schatzsucher durchkämmen mit GPS den Geroldswiler Wald

Die elektronische Schatzsuche «Geocaching» lockt Jung und Alt aus der ganzen Schweiz und aus Deutschland in den Geroldswiler Wald. Neben der Schnitzeljagd dient der Anlass der Abfallentsorgung.

Senada Haralcic
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Geochoaching in Geroldswil
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Unter einer Holzplatte wird der Cacher fündig
Kurt Wirth zeigt eine gefundene Münze
Lisi Riner trägt sich in den gefundenen Papierblock ein
Kurt Wirth instruiert die Geocacher

Geochoaching in Geroldswil

Senada Haralcic

«Wandern war gestern, heute ist Geocaching angesagt», sagt der Geroldswiler Kurt Wirth, selber begeisterter Schatzsucher. Denn nichts anderes als eine Art elektronische Schnitzeljagd verbirgt sich hinter dem Ausdruck. Dabei sind die Sucher - auch Cacher genannt - mit GPS-Geräten ausgestattet. Die Koordinaten der Schätze sind im Internet abrufbar.

Rund 50 dieser Schatzsucher aus der Schweiz und Deutschland trafen sich in Geroldswil zum CITO-Tag, was so viel bedeutet wie «Cache in, trash out». Weltweit waren die Cacher dazu aufgerufen, neben der Schatzsuche auch noch etwas gegen das Littering zu tun und beispielsweise die Wälder von achtlos weggeworfenem Müll zu befreien.

Der Natur etwas zurückgeben

Diesen Aufruf hatte sich Wirth zu Herzen genommen und war seit Januar mit der Planung dieser Aktion beschäftigt. «Wir sind als Cacher oft im Wald unterwegs, heute wollen wir der Natur etwas zurückgeben». Wirth hat an alles gedacht: Plastiksäcke, Verpflegung und der Transport vom Grillplatz in Geroldswil auf den Altberg waren tipptopp geplant. Eines lag jedoch nicht in seiner Macht, das Wetter. Eine Schatz- und Abfallsuche unter einer Schneeschicht war nicht einfach. Doch vom Wetter liess sich Wirth nicht die Laune vermiesen: «Wir machen zwei Gruppen. Die eine sucht und die anderen bauen Schneemänner», scherzte er.

In Gruppen begaben sich die Cacher in die eingeteilten Gebiete und gruben im Schnee nach einer Schatztruhe oder eben Abfall. Auch Lisi Riner liess sich nicht vom kalten Nass abhalten und suchte nach allem, was sonst normalerweise nicht im Wald wächst. «Ich finde es schön in der Natur zu sein und nicht zu Hause auf dem Sofa», sagte die 31-Jährige. Dank ihrem Nachbarn, der ebenfalls in der Gruppe ist, ist Riner vor zwei Jahren auf den Geschmack gekommen. Seither ist sie für das Geocaching-Abenteuer sogar nach Ungarn und Österreich gereist.

Die Gruppe wurde bald fündig. Unter einer Holzplatte hatte jemand einen Blumentopf im Boden vergraben und darin ein Tupperware versteckt. Sofort versammelten sich alle um die Plastikschatztruhe, um zu schauen, was drin ist. «Spielzeug und Papier, aber keine Münzen», so Riner enttäuscht. Meistens seien in den Schatztruhen spezielle Geocache-Münzen, die man tauschen könne. «Ich habe zu Hause um die 40 Stück», so Riner. Auch Organisator Wirth hat eine stolze Sammlung. Das Wichtigste sei jedoch die Suche selber, und, anders als beim Wandern, ein Ziel zu haben, das man mit Spannung verfolge.