Erstmals in der Geschichte des Limmattaler Tischtennisturniers führen die Verantwortlichen ein Plauschturnier durch. Und zwar am Samstag, wenn auch das Schülerturnier stattfindet. Dort können sich alle messen, die einfach gerne Tischtennis spielen – und zwar spontan. Auf eine Voranmeldungsfrist haben die Verantwortlichen bewusst verzichtet.

Das Plauschturnier findet extra zu Ehren des Jubiläums statt. Es ist die wichtigste Neuerung beim Limmattaler Tischtennisturnier. Doch auch beim Modus gab es Anpassungen. So ist bei den lizenzierten Spielern das System der Gruppenspiele definitiv eingeführt und das K.o.-System abgeschafft worden.

«So haben alle eine gewisse Anzahl Partien zu bestreiten», sagt Hansjürg Scherrer. Er ist schon seit vielen Jahren Mitglied im Tischtennisclub Urdorf und hat die Entwicklung des Turniers von Anfang an begleitet. Damals, vor 50 Jahren, flogen die Bälle noch in der Bahnhofsturnhalle übers Netz. «Wir mussten die Glasscheiben mit Packpapier abdecken», erinnert sich Scherrer. Die Tischtennistische habe man seinerzeit noch in der Badi Weihermatt montiert.

Transport über die Garage

Danach zog das Turnier in die Embrihalle, und als diese vom Platz her nicht ausreichte, mieteten die Organisatoren den Embrisaal dazu. «Die Zentrumshalle gab es damals noch nicht», so Scherrer. Als das Turnier später in die Zentrumshalle verlegt wurde, war der Platz zwar mehr als ausreichend, dafür tauchte ein logistisches Problem auf: Am Anfang mussten die Tischtennistische über die Garage in die Halle gebracht werden. «Rampen hatte es keine», so Scherrer. Zu zweit habe man einen solchen Tisch zwar schon tragen können, aber es sei aufwendig gewesen.

So oder so erlebte das Limmattaler Tischtennisturnier einen Boom. Zeitweise kletterte die Zahl der Anmeldungen auf über 200. «Da gab es auch einige frustrierte Spielerinnen und Spieler, weil sie kaum mehr zum Spielen kamen», so Reto Just, Präsident des Organisationskomitees. Und Scherrer sagt: «Damals stiessen wir an unsere Grenzen.»

Tempi passati. Im letzten Jahrzehnt ist die Teilnehmerzahl auf etwa die Hälfte gesunken, wobei das laut Scherrer und Just auch auf eine Regeländerung seitens des Verbands in Bezug auf die Elo-Punkte zurückzuführen ist. Jene Punkte, welche die Stärke eines Spielers bestimmen. «Früher war es so, dass lizenzierte Spieler an solchen Turnieren nur Elo-Punkte gewinnen konnten», sagt Scherrer. «Doch jetzt können sie auch Punkte verlieren, wenn sie schlecht spielen.» Verliert also ein Spieler all seine Partien, verliert er Punkte und riskiert, im Ranking nach unten zu fallen – ähnlich wie beim Tennis. Daher würden sich Spieler, die viele Punkte zu verteidigen hätten, eher gegen eine Teilnahme am Turnier entscheiden.

Kurzfristige Anmeldungen

Ein anderes Problem sei aber auch, dass sich die Teilnehmenden immer später entscheiden, ob sie sich für ein Turnier anmelden. «Früher war das einfacher», sagt Just. «Heute melden sich die Leute nach Gusto an, weil sie sich bis zum letzten Augenblick alle Optionen offenlassen wollen. Aber unter diesem Phänomen haben auch andere Sportarten zu leiden.»

Genau deshalb möchte man mit dem Plauschturnier auch Spontaninteressierte für die Sportart Tischtennis begeistern. Falls das Turnier Anklang findet, könne es laut Just auch durchaus sein, dass man es weiterhin durchführe.