Unterengstringen

40 Jahre lang Frondienst geleistet: Jetzt gibt die Männerriege die Finnenbahn ab

Rolf Rietmann ist erleichtert, dass die Gemeinde die Wartung der Finnenbahn übernimmt.

Die Männerriege Unterengstringen gibt die Wartung der Finnenbahn im Gebiet Chüehau an die Gemeinde ab. Grund dafür ist die Überalterung der Mitglieder.

Die Männerriege Unterengstringen gibt den Finnenbahn-Frondienst nach vier Jahrzehnten auf. Diesen Herbst wird die Sportanlage im Gebiet Chüehau zum ersten Mal nicht mehr von den Turnern gepflegt. Die Finnenbahn, die zudem die einzige Sägemehl-Finnenbahn im Limmattal ist, hat eine bewegte Geschichte hinter sich.

Schon im Laufe der 1970er-Jahre entstand in Unterengstringen die Idee, eine eigene Sportanlage zu verwirklichen. Eine Umfrage der Gemeinde im Jahr 1979 ergab, dass die Bevölkerung eine Finnenbahn im Gebiet Chüehau begrüssen würde. Die Männerriege Unterengstringen erklärte sich daraufhin bereit, diese in freiwilligen Einsätzen zu bauen und zu unterhalten.

Bei einer Abstimmung wurde der Vorschlag der Männerriege nur knapp angenommen. «Es war ein umstrittenes Thema. Einige Leute hatten Bedenken, dass die Tiere im Gubristwald durch den Lärm gestört werden könnten», meint Finnenbahnchef Rolf Rietmann zur hitzigen Diskussion um den Bau der Finnenbahn.

Im Jahr 1980 errichtete die Männerriege schliesslich die Finnenbahn. Die Materialien für den Bau und später auch für die Wartung der Finnenbahn stellten die Gemeinde und die Holzkorporation Unterengstringen zur Verfügung. Seither wurde die 500 Meter lange Bahn Jahr für Jahr von den engagierten Turnern der Männerriege gepflegt.

Die Baumstämme wurden den Turnern zu schwer

Fast 40 Jahre später hat sich die Männerriege nun entschieden, die Pflege der Finnenbahn abzugeben. Gemäss Rietmann ist die Überalterung der Mitglieder der Grund für die Abgabe. «Jedes Jahr haben wir 30 Kubikmeter Sägemehl auf der Bahn verteilt. Im Herbst muss sie ausserdem vom Laub befreit werden», erklärt der 75-Jährige. Zudem müssten auch die Baumstämme am Rand der Bahn teilweise ersetzt werden. Den Mitgliedern der Männerriege sei diese Aufgabe seit einigen Jahren allerdings nicht mehr möglich. Zu schwer seien die Baumstämme, meint Rietmann. Als Finnenbahnchef war er jeweils für die Organisation der Frondienste zuständig. Bei jedem Einsatz seien etwa zehn bis zwölf Mitglieder der Männerriege freiwillig dabei gewesen. Öffentliche Aufrufe, um weitere Freiwillige zu mobilisieren, hätten kaum Wirkung gezeigt.

Die Gemeinde sichert den Erhalt der Finnenbahn

Ungewiss war jedoch, an wen die Finnenbahn abgegeben werden sollte. Zunächst fragte die Männerriege, ob eine der jüngeren Riegen des Turnvereins den Frondienst übernehmen würde. Diese hatten jedoch keine Zeit dafür. «Wir waren kurz davor, die Bahn einfach zuwachsen zu lassen», sagt der Finnenbahnchef. Schliesslich meldete sich die Gemeinde Unterengstringen bei der Männerriege und teilte mit, dass sie die Pflege der Bahn übernehmen würde.

Im September wird die Unterengstringer Finnenbahn offiziell in die Hände der Gemeinde übergeben. Rolf Rietmann freut sich: «Ich bin froh, dass die Zukunft der Finnenbahn gesichert ist.»

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Autor

Manuel Reisinger

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