Spital Limmattal
22 Millionen Franken für das Urdorfer Spital-Land – Markus Bärtschiger: "Die Bieter sind wild darauf"

In einem Bieterverfahren haben sich über 80 Firmen für ein Landstück in Urdorf interessiert. Das Spital Limmattal benötigt die Fläche nicht mehr als strategische Reserve und möchte sie deshalb verkaufen.

David Egger
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Das Spital Limmattal will ein Landstück in Urdorf verkaufen. (Archiv)

Das Spital Limmattal will ein Landstück in Urdorf verkaufen. (Archiv)

Bettina Hamilton-Irvine

Das grosse Wachstum hat im Limmattal Flächen rar gemacht, die sich ganz frisch überbauen lassen. In Urdorf gibt es aber ein solches Stück Land. Es gehört dem Spitalverband Limmattal und liegt zwischen den Spital-Personalhäusern, die sich auf der südlichen Seite der Urdorferstrasse auf Urdorfer Gemeindegebiet befinden.

Das Spital braucht es nicht mehr als strategische Reserve. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass es dort dereinst ein weiteres Personalhaus bauen muss, tendiert gegen null. Schliesslich ist es heute für viele Menschen normal, einen weiteren Arbeitsweg auf sich zu nehmen, sodass solche Personalhäuser weniger gefragt sind als früher. Auch einen Bau, der für Spital- oder Pflegetätigkeiten genutzt wird, fasst das Spital nicht ins Auge, weil unter anderem die Strasse dazwischen dagegen spricht.

Darum hat der Verwaltungsrat einen Verkauf dieses Urdorfer Landstücks in die Wege geleitet. Im September wird das Volk über den Verkauf abstimmen. Denn bei diesem Geschäft geht es um mehr als 5 Millionen Franken.

"Die sind wirklich wild auf dieses Land"

Da die Gemeinde Urdorf ihr Vorkaufsrecht nicht wahrnehmen wollte, wurde ein Bieterverfahren gestartet. 80 Teilnehmer waren zu zählen. Die Firma aus dem Kanton Zug, die aus dem Bieterverfahren als Siegerin hervorging, ist bereit, 22 Millionen Franken für das Landstück in die Hand zu nehmen. Damit das Spital abgesichert und nicht auf Gedeih und Verderb einer Firma ausgeliefert ist, sind auch die zweit- und die drittplatzierte Firma noch im Rennen. Sie würden einspringen, wenn etwa die erste Firma zahlungsunfähig werden würde.

Zudem haben die drei Firmen bereits ein Prozent des Kaufpreises bezahlt oder tun dies in Kürze. «Die sind wirklich wild auf dieses Land», sagte der Verwaltungsratspräsident des Spitals Limmattal, Markus Bärtschiger, an der Delegiertenversammlung. Der Kaufvertrag liegt schon vor und soll bis zum 28. Mai unter Vorbehalt der Volksabstimmung unterschrieben werden.

Mehr zu diskutieren gab ein Liegenschaftenverkauf, der nicht direkt mit dem Urdorfer Landstück zu tun hat, aber doch indirekt damit verbunden ist.

Die neue strategische Reserve

Die Stadt Schlieren möchte nämlich ihr Alterszentrum Sandbühl verkaufen. Dieses ist etwas altersschwach und eine Sanierung lohnt sich kaum mehr. Das Spital Limmattal ist bereit, der Stadt das Alterszentrum abzukaufen. Denkbar ist, dass das Alterszentrum zuerst zwischengenutzt und später bei Bedarf abgerissen wird, um Platz zu schaffen für eine weitere Erweiterung des Spitals Limmattals – zum Beispiel in 20 oder 30 Jahren, falls dies dann nötig sein sollte.

Von der Stadt Schlieren gibt es bisher bloss einen sogenannten Letter of intent, also eine Absichtserklärung. Das ist zu wenig, finden manche. So wurde an der Delegiertenversammlung auf das Risiko hingewiesen, dass das Schlieremer Parlament schliesslich den Verkauf des Alterszentrums noch ablehnen könnte. Vor diesem Hintergrund wies Spitalpräsident Bärtschiger darauf hin, dass bis September sicher der Antrag des Stadtrats vorliege und man dann schon etwas den Puls fühlen könne, ehe das Parlament im Dezember darüber abstimmen wird. «Mir wäre es auch lieber, bereits etwas Bindendes in Händen zu halten», sagte Bärtschiger weiter.