Urdorf
21-jähriges Nachwuchstalent aus Polen ist neuer Organist der reformierten Kirche

Esther Loosli verabschiedet sich nach elf Jahren in den Ruhestand. Neu an der Orgel spielt ein junger Musikstudent der Zürcher Hochschule der Künste.

Merken
Drucken
Teilen
Ab diesem Jahr haut Andrzej Turek hier in die Tasten: Alte reformierte Kirche in Urdorf. (Archivbild)

Ab diesem Jahr haut Andrzej Turek hier in die Tasten: Alte reformierte Kirche in Urdorf. (Archivbild)

David Egger

Im neuen Jahr weht ein frischer Wind durch die Pfeifen der Orgel in der ­reformierten Kirche in Urdorf: Der 21-jährige Andrzej Turek nimmt den Platz von Organistin Esther Loosli ein, die nach knapp elf Jahren in den ­Ruhestand ging.

Das Warschauer Jungtalent wurde der Kirche als Nachfolger Looslis empfohlen, heisst es in der aktuellen ­«Chileposcht» der reformierten Kirche Urdorf. «Sein weiches und einfühlsames Spiel an der Orgel hat uns begeistert und uns ermutigt, diesem jungen Mann eine Chance für einen Arbeitsplatz bei uns in der Schweiz zu er­möglichen», schreibt die Kirche. «Seine unkomplizierte Art lässt uns hoffen, dass wir in vielen Situationen seine schöne Musik in unseren Gottesdiensten hören dürfen.»

Der 21-Jährige befasst sich gemäss «Chileposcht» seit seinem siebten Lebensjahr «fast ausschliesslich» mit dem Studium der Musik. In Polen und Litauen nahm Turek mit grossem Erfolg an verschiedenen Orgelwettbewerben teil, wie seinem Linkedin-Profil zu entnehmen ist. Seit 2018 studiert er Orgel an der Zürcher Hochschule der Künste und schliesst voraussichtlich in diesem Jahr mit dem Bachelor ab.

Loosli hat sich das Orgelspiel selber beigebracht

Mit seinem akademischen Werdegang unterscheidet sich der 21-Jährige nicht nur vom Alter her stark von seiner Vorgängerin, sondern auch hinsichtlich der Ausbildung. Esther Loosli hatte sich das Orgelspiel über die Jahre selber beigebracht. In Musikhäusern habe sie stundenlang nach Noten gesucht, um die gewünschten Titel auf der Orgel spielen zu ­können, heisst es in der «Chileposcht». «Ihr immenses musikalisches Wissen und ihre besondere Art des Vortrags ­haben uns immer wieder begeistert.»

Ganz von den Tasten verabschieden wird sich Loosli aber nicht: «Da sie den Schlüssel für den Zugang zu unseren Orgeln in der neuen und der alten reformierten Kirche behalten darf, kann es gut sein, dass wir sie das eine oder andere Mal in einer der Kirchen für sich spielen hören und so etwas Besonderes erleben dürfen.» Ausserdem habe die Kirche ihr den Wunsch erfüllt, weiterhin die Andachten im Alterszentrum Weihermatt zu begleiten. (sho)