Weil Wasser ins Innere drang, war die Sanierung der Kirche St. Michael vor fünf Jahren dringend. Dass das Pfarrhaus nebenan auch hätte saniert werden sollen, war damals bereits bekannt, doch fehlten die flüssigen Mittel. Nun stimmen die Birmensdorfer, Uitiker und Aescher Katholiken am 19. Mai darüber ab, ob sie diese Arbeiten verrichten lassen wollen. Sie befinden über einen 1,5-Millionen-Franken-Kredit.

Die Verantwortlichen nutzen die Gunst der Stunde. «Mit dem Auszug des Pfarrleiterehepaares Leist im Sommer 2018 entstand nun die Möglichkeit, das Pfarrhaus nicht nur aussen zu sanieren, sondern die künftigen Bedürfnisse der Pfarrei zu überdenken und die Möglichkeiten des Pfarrhauses zu studieren», heisst es in der Weisung, die dem Stimmzettel beiliegt. Der neue Pfarrer, der seit Anfang dieses Jahres in der Kirchgemeinde tätig ist, wohnt in der Pfarrwohnung in Birmensdorf, wie André Wey von der Kirchenpflege auf Anfrage sagt.

Im Detail soll eine Kleinwohnung mit 2,5 Zimmern eingebaut werden. Die grosse Wohnung werde auch nach der Sanierung noch fünf Zimmer umfassen. Die Kirchenpflege plant, einen Teil der Kosten mit der Vermietung zu amortisieren, während die kleine Wohnung weiter von der Kirche als Gästewohnung genutzt wird. So komme es hin und wieder vor, dass Gastpriester oder Leute in einer kirchlichen Ausbildung für eine gewisse Zeit beherbergt werden müssen. «Bisher gab es keine angemessene Möglichkeit zur Unterbringung», so Wey.

Mit rund 460'000 Franken bilden die Ausgaben für die Sanierung der Gebäudetechnik den grössten Kostenpunkt. Mit diesem Geld sollen die Wärmepumpe erneuert und die Ölheizung für die Spitzenlast sowie die Sanitärverteilung ersetzt werden. Die elektrische Erschliessung des Hauses – sie stammt aus dem Jahr 1970 – entspreche in diversen Punkten nicht mehr dem aktuellen Stand und soll ersetzt werden, heisst es in der Weisung.

158'000 Franken werden für die Fassade, Fenster und Türen ausgegeben. «Die Fassade darf aus denkmalpflegerischen Gründen nicht mit einer zusätzlichen Aussenwärmedämmung versehen werden», heisst es in der Weisung. Sie werde neu gereinigt, verputzt und gestrichen.
Knapp 150'000 Franken werden für die grosse und 111'000 Franken für die kleine Wohnung aufgewendet. Neben einem Neuanstrich und einer neuen Toilette soll der Teppichboden im Erdgeschoss einem Parkett weichen. In der Kleinwohnung wird eine Nasszelle eingebaut und mit Waschturm ausgestattet.

Rund 110'000 Franken sind für Umgebungsarbeiten vorgesehen, da die Bepflanzung rund um das Haus teils krank sei oder eine ungepflegte Erscheinung habe, so die Kirchenpflege.

Weitere 105'000 Franken werden für das Flachdach verwendet. Dieses weist verstopfte Einläufe auf und hat zudem intensiven Pflanzenbewuchs sowie eine spröde Abdichtung, weshalb es erneuert wird. Auch hier sprach der Ortsbildschutz mit und verbot, die Installation einer Photovoltaikanlage.

Steuerfuss soll nicht steigen

Honorare und Nebenkosten hätten mit rund 300'000 Franken vergleichsweise tief gehalten werden können, da man kein Planungsteam anstellen musste. «Die technischen Massnahmen haben sich gegenüber dem ursprünglichen Sanierungsvorschlag von 2014 nur leicht verändert.»

Eine Erhöhung des Steuerfusses, der aktuell 11 Prozent beträgt, ist nicht vorgesehen. So will die Kirchenpflege ein Darlehen von 800'000 Franken aufnehmen und die restlichen 650'000 Franken aus eigenen Mitteln finanzieren. Die Rechnungsprüfungskommission empfiehlt den Stimmbürgern ein Ja an der Urne.