Eigentlich befürchtete Laura Siegrist, es gäbe zu wenig Müll im Wald und die Kinder hätten nichts zu tun. Doch bereits nach fünf Minuten konnte ein Kind «vier Abfälle» vermelden. Siegrist ist Kindergärtnerin an der Bergstrasse in Dietikon und führte gestern zusammen mit fünf weiteren Klassen die «Waldputzete» durch. Rund 120 Kinder trafen sich mit ihren Kindergärtnerinnen und dem engagierten Initianten der Aktion, Ernst Scherrer, am Morgen im Guggenbühlwald. Ausgerüstet mit einem Paar blauer Handschuhe und einem Abfallsack machten sich die Kleinen in Zweiergrüppchen auf die Socken – im wahrsten Sinn des Wortes. Einen solchen fand nämlich ein Kind mit dem Ausruf: «Iiieehh, was isch das?» Den mutmasslich dazugehörigen Schuh hatte ein anderes Kind schon einige Minuten zuvor gefunden.

Die Kinder füllten ihre Säcke mit PET-Flaschen, Bierdosen, Zigarettenstummeln, undefinierbaren Plastikstücken und sonstigem Verpackungsmaterial. Ein Ball, eine Luftmatratze und ein Bilderrahmen kamen im Verlauf der Stunde noch dazu. «Manche finden es lustig, den Müll wegzuwerfen, wir finden es lustig, den Müll zu sammeln», sagte Samuel aus der Kindergartengruppe Bergstrasse. Nicht alle Kinder sammelten indessen mit gleichem Elan. Während die einen ihren vollen Müllsack kaum noch tragen konnten, legten ihn die anderen schon bald beiseite, um Schnecken zu beobachten, Stöcke zu vergleichen oder neue Lieder zu erfinden. Stets wurden sie aber von den Kindergärtnerinnen wieder zum Suchen angetrieben. Die eifrigsten Waldputzer machten sich sogar an einem Fahrrad zu schaffen, das allerdings abgeschlossen und wohl noch in Gebrauch war.

«Wir möchten den Kindern vermitteln, was in den Wald gehört und was nicht», sagte Siegrist, die ihre Klasse regelmässig in den Wald mitnimmt. Die Kinder bekämen so ein Bewusstsein für die Natur und lernten, sich darin zu bewegen. Scherrer, der die Kindergartenklasse bei ihren Waldgängen jeweils begleitet, fügte hinzu: «Eine schöne Natur gehört zu einer zufriedenen Gesellschaft.» Er freut sich bereits auf den nächsten Ausflug.

Als Belohnung für die Arbeit im Wald bekamen die Putzer je ein «Schoggiweggli» und eine Flasche Rivella. Die vollen Müllsäcke wurden am Ende an einer Stelle zum Abholen zusammengetragen. Der Werkhof erklärte sich dazu bereit, den im Wald gesammelten Abfall mitzunehmen.