Schlieren

100 neue Wohnungen: Am Kesslerplatz wird verdichtet

Vor dem prominenten Hochhaus am Kesslerplatz soll ein Wohnhaus mit zwei Detaillisten im Erdgeschoss entstehen.

Vor dem prominenten Hochhaus am Kesslerplatz soll ein Wohnhaus mit zwei Detaillisten im Erdgeschoss entstehen.

Die Stadt erhält ein neues Eingangstor im Westen. Am Kesslerplatz wird verdichtet. Dafür wird die Wohnungszahl verdoppelt. Anstatt wie bisher 100 sollen künftig rund 200 Wohnungen bestehen.

Den Kesslerplatz in seiner heutigen Form wird es nicht mehr lange geben. Wie die Migros Pensionskasse gestern mitteilte, soll das prominente Wohnhochhaus mit insgesamt 102 Wohnungen saniert werden. Der westlich dahinterliegende Kindergarten und die östlich vom Hochhaus gelegene Filiale des Detaillisten sollen jedoch nicht weiterbestehen, sondern bis auf das Erdgeschoss abgebrochen und durch Neubauten für Wohnen, Gewerbe und einen Doppelkindergarten ersetzt werden. Dies geht aus einem Studienauftrag der Pensionskasse für das Areal «Kesslerplatz» hervor. Gestern wurden die eingereichen Studienaufträge präsentiert und der Gewinner erkoren. Siegreich war das Team von Guagliardi Ruoss mit dem Projekt «Kessler Quintett».

So könnte der Bau dereinst aussehen.

So könnte der Bau dereinst aussehen.

Das Siegerprojekt sieht vor, das scheibenförmige Hochhaus – es wird als wichtiger Zeitzeuge des Städtebaus der 1960er-Jahre gewertet – mit vier Gebäuden zu ergänzen. Östlich des Hochhauses sehen die Planer den Bau des sogenannten Hofgebäudes vor. Darin sollen im Erdgeschoss zwei Grossverteiler unterkommen, in den Obergeschossen soll gewohnt werden. An der Ecke zur Badenerstrasse ist zudem ein zirka 220 Quadratmeter umfassender Bereich mit intensiver Publikumsnutzung vorgesehen, heisst es weiter. Westlich des Hochhauses sollen drei Wohnbauten entstehen. Insgesamt wird die Anzahl neuer Wohnungen auf 100 beziffert.

Föhren sollen bleiben

Als Nächstes wird nun ein Gestaltungsplan für das Gebiet ausgearbeitet. Die Jury gibt aber auch Empfehlungen bezüglich der Umsetzung des Projekts ab. Etwa soll man darauf achten, dass möglichst viele Föhren erhalten bleiben.

So wie die Migros Pensionskasse nun plant, sieht auch die Stadt die Zukunft des Gebiets. Im September 2016 veröffentlichte sie das revidierte Stadtentwicklungskonzept, wonach ein besonderer Fokus auf die beiden Stadteingänge bei der Gasometerbrücke und beim Kesslerplatz gelegt werden soll. Dort soll Schlieren urbane Eingänge erhalten, die sich durch verdichtete Bauweise kennzeichnen. Auch die Jury verweist darauf, dass das Projekt «Kessler Quintett» in hohem Masse dem Stadtentwicklungskonzept von Schlieren entspricht. Denn der Kesslerplatz werde als Subzentrum oder Schnittstelle zwischen dem urbanen und dem locker bebauten Schlieren wahrgenommen werden.

Sammelstelle und Quartierraum

Die Verdoppelung von aktuell 100 auf rund 200 Wohnungen im selben Gebiet ist für den Schlieremer Bauvorstand Markus Bärtschiger (SP) der klassische Fall des verdichteten Bauens. «Gerade an diesem Ort, wo dereinst die Limmattalbahn halten wird und Einkaufsmöglichkeiten bestehen, ist der Bau von Wohnraum angezeigt», sagt er auf Anfrage. Die Stadt habe grossen Wert auf die Gestaltung des Aussenbereichs gelegt. Zwei Parzellen, eine im Spickel Badener-/Kesslerstrasse und beim Kindergarten, gehören der Stadt.

Wie sich die Zusammenarbeit zwischen der Stadt und die Migros Pensionskasse im Detail ausgestalte, stehe noch nicht fest, so Bärtschiger. Dies komme nun im Laufe der Planung zutage. Doch habe die Stadt den Fokus einerseits auf einer qualitätvollen Aussengestaltung gelegt und andererseits auf der Erneuerung der Infrastruktur. So bleibe etwa die Sammelstelle erhalten und es entstehe ein neuer Quartierraum für Mittagstische und Altersnachmittage.

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